POLITIK
20/12/2016 06:26 CET | Aktualisiert 21/12/2016 08:30 CET

Ex-"Spiegel"-Chef Aust sorgt mit einem merkwürdigen Tweet für Empörung

HuffPost
Ex-"Spiegel"-Chef Aust sorgt mit einem merkwürdigem Tweet für Empörung

Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur und heutige "Welt"-Herausgeber Stefan Aust sorgt mit einem Tweet für heftige Diskussionen.

Am frühen Dienstagmorgen schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Warum wird ein Pakistani am 16.2.16 in Deutschland als Flüchtling aufgenommen? Werden Muslime dort verfolgt?"

Die Kritik folgte prompt:

Nutzer bezeichnen die Bemerkung polemisch.

Andere kritisieren Austs morgendlichen Tweet noch schärfer:

Der Tweet ist gleich aus mehreren Gründen problematisch, man könnte auch sagen, dumm.

Denn Aust müsste wissen, dass nicht nur religiös Verfolgte Anspruch auf Asyl in Deutschland haben - sehr viele von ihnen werden auch politisch verfolgt.

Aber selbst wenn man auf Austs eigenwilliges Argument eingehen würde, trifft auch das nicht. Denn in Pakistan werden sehr wohl auch Muslime aus religiösen Gründen verfolgt.

2012 etwa machten Berichten von verfolgten Anhängern der Ahmadiyya-Gemeinschaft die Runde. Die religiöse Gemeinschaft wird bereits seit Jahrzehnten in Pakistan brutal verfolgt - viele mussten um ihr Leben bangen. 2010 kamen bei einem Anschlag gegen die Ahmadiyya-Muslime in Pakistan sogar 80 Menschen ums Leben.

Aber das passt natürlich alles nicht in einen Tweet.

Damals wies der europäische Gerichtshof Deutschland an, zwei Mitglieder der pakistanischen Ahmadiyya als Flüchtlinge anzuerkennen.

Aber um Argumente und Fakten geht es dem Ex-"Spiegel"-Chef nicht mit seinem Tweet. Stattdessen: Ein bisschen Stimmung in einer ohnehin aufgeladenen Zeit.

Keine Frage, Stefan Aust hat - gerade mit seinen Berichten über den Terror in Deutschland - Großes geleistet. Er hat Debatten geprägt und unangenehme Fragen gestellt.

Doch in diese Kategorie fällt diese Frage nicht.

Übrigens, ein bisschen Google hätte gereicht, Herr Aust.