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20/12/2016 09:10 CET | Aktualisiert 20/12/2016 09:33 CET

Schlechter als CNN? Zuschauer rechnen mit Berlin-Berichterstattung von ARD und ZDF ab

NDR / Thorsten Jander

  • Am Montagabend raste ein Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt

  • Mittlerweile gehen die Behörden von einem Anschlag aus

  • Kritiker bemängeln die Berichterstattung von ARD und ZDF

  • Besser habe es der US-Sender CNN gemacht

Gegen 20.00 Uhr raste Montagabend ein Lastwagen in die Stände des Berliner Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz. Die Nachricht verbreitete sich zunächst hauptsächlich über die sozialen Medien, wenig später kamen bereits sämtliche Fernsehsender am Tatort an.

Laut Berichten des Mediendienstes "Meedia" war der amerikanische Nachrichtensender CNN zuerst live vor Ort.

Der Privatsender RTL berichtete ab 21.00 Uhr mit einer vorgezogenen Ausgabe des "Nachtjournals", n-tv und N24 waren etwa zur selben Zeit mit Live-Berichten am Ort des Geschehens. Die öffentlich-rechtlichen Sender ließen zunächst auf sich warten.

Trotz der zeitnahen Live-Berichterstattung, geriet der Nachrichtensender N24 für seine Bildauswahl schnell in die Kritik. Mehrere Zuschauer berichteten auf Twitter von minutenlangen Aufnahmen der Leichentücher und Verletzten.

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Trotz Anschlag: ARD und ZDF bleiben bei ihrem Fernsehprogramm

Mit einer ganz anderen Art von Vorwürfen sahen sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender konfrontiert. Während die Bilder von N24 als zu heftig empfunden wurden, gab es bei ARD und ZDF noch nichts zu kritisieren - die beiden Sender berichteten zu diesem Zeitpunkt nämlich noch gar nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Sender dafür in die Kritik geraten. Bereits im Juli, nach dem Putschversuch in der Türkei, dauerte es einigen Zuschauern zu lange, bis die öffentlich-rechtlichen Sender live berichteten. In der ARD lief damals regulär bis 21.45 Uhr der "Tatort", wie "Focus-Online" berichtet.

Und auch am vergangenen Abend lief in der ARD zunächst die Quiz-Show "Wer weiß denn sowas XXL", bis um 21.15 Uhr die Sondersendung mit Ingo Zamperoni begann. Das ZDF ließ seinen Fernsehfilm "Gotthard" sogar bis 21.45 Uhr laufen.

Die Netzgemeinde reagierte entsprechend empört:

"Meedia": Amerikanische Berichterstattung klar im Vorteil

Der Mediendienst "meedia" unterstreicht besonders den Vergleich mit dem amerikanischen Nachrichtensender CNN. Dieser sei bereits ab 20.00 Uhr vor Ort gewesen und habe bewiesen, über welches exzellente Netzwerk an Korrespondenten der Sender verfüge.

Und auch die Berliner Morgenpost sei zügig am Breitscheidplatz gewesen und haben per Facebook live berichtet.

Auch die später gesendeten Beiträge der öffentlich-rechtlichen fallen bei dem Portal durch. ARD-Moderator Ingo Zamperoni habe "gebetsmühlenartig" wiederholt, es sollten keine Spekulationen geschürt werden, Bildmaterial habe es hauptsächlich von vergangenen Terrorattacken gegeben.

Der "Tagesspiegel": Hervorragender Job der Moderatoren

Positiver äußerte sich gegenüber ARD und ZDF der "Tagesspiegel". Man habe auf allen Kanälen die Bemühungen um eine informative und zeitnahe Berichterstattung erkennen können. Mal habe der eine Sender die Nase vorn gehabt, dann wieder der andere.

Als positives Beispiel nennt die Nachrichtenseite hier beispielsweise die Berichte des RBB, die zwar spät begannen, jedoch mit ihrem Reporter Ulli Zelle die Geschehnisse besonders eindrücklich visualisiert hätten.

Auch ARD-Mann Ingo Zamperoni wird für seine Arbeit gelobt: Bei aller Hektik und Aufregung habe der Moderator sachlich und professionell über die Lage informiert.

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