LIFE
20/12/2016 12:33 CET | Aktualisiert 20/12/2016 12:36 CET

Vor 170 Jahren kam ein Forscherteam in der Antarktis auf rätselhafte Weise ums Leben - jetzt ist das Geheimnis gelüftet

Es ist eine der mysteriösesten Seefahrer-Geschichten aller Zeiten: Im Jahr 1845 begab sich Captain Sir John Franklin mit einer Crew auf eine Forschungsreise in die Arktis. Das Schiff sank, alle 129 Menschen an Bord starben.

Die Gründe waren völlig unklar. Es hieß, alle seien krank geworden und gestorben. Man munkelt sogar, die Seefahrer seien Kannibalen zum Opfer gefallen.

1981 fanden Forscher die mumifizierten Überreste einiger Crewmitglieder, die es an Land geschafft hatten, dort aber gestorben waren. Seither versuchen Wissenschaftler, anhand des Funds die Ursache für das Unglück zu finden.

Ein Daumennagel löst das Rätsel

Das ist einem kanadischen Forscherteam nun offenbar gelungen. Die Wissenschaftler untersuchten den Daumennagel eines 25-jährigen Crewmitglieds mit Namen John Hartnell genauer und stellten fest: Der junge Mann litt unter einem chronischen Zinkmangel.

Das schwächte sein Immunsystem so sehr, dass er anfällig war für Krankheiten wie Tuberkulose und Lungenentzündung, an deren Folgen er wohl starb.

"Die Tuberkulose führte dazu, dass er verhungerte", schrieb Jennie Christensen, Mitautorin der Studie, in einem Statement. "In den Knochen angelagertes Blei gelangte in diesem Prozess kurz vor seinem Tod in sein Blut."

Das erklärt auch, warum man lange dachte, die Crew sei vergiftet worden. Die Forscher gehen davon aus, dass die anderen Seefahrer dasselbe Schicksal ereilte.

Der Fall beweist: Es besteht durchaus die Chance, dass mysteriöse Vorkommnisse aufgeklärt werden – auch wenn bis dahin 170 Jahre vergehen.

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(glm)