NACHRICHTEN
20/12/2016 09:41 CET | Aktualisiert 20/12/2016 14:49 CET

Die 12 wichtigsten Erkenntnisse des BKA zum Anschlag in Berlin

screenshot

Nach dem Anschlag mit 12 Toten in Berlin gibt es viele offene Fragen.

Bei einer Pressekonferenz äußerten sich jetzt die Bundesanwaltschaft und das BKA. Das sind die wichtigsten Aussagen:

1. Generalbundesanwalt Peter Frank geht beim Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem terroristischen Hintergrund aus.

2. Der nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt festgenommene Mann ist nach Angaben von Frank möglicherweise nicht der Täter. In diesem Punkt sind sich die Behörden wohl mittlerweile sicher: Am frühen Abend wurde der 23-Jährige wieder freigelassen.

3. Die Ermittler wüssten auch noch nicht, ob ein Täter oder mehrere Täter am Werk waren.

4. Das Bundeskriminalamt (BKA) geht auch nach dem Anschlag nicht von einer veränderten Gefährdungslage aus. Schon vor der Tat hätten die Sicherheitsbehörden von einer ernstzunehmenden Bedrohungslage in Deutschland gesprochen, erklärte BKA-Präsident Holger Münch. Diese Einschätzung habe sich bestätigt.

5. Man könne Weihnachtsmärkte nicht zu Burgen ausbauen, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt zur Frage, warum auf der Zufahrt zum Breitscheidplatz keine Betonblöcke aufgestellt worden seien. Es gebe neben Weihnachtsmärkten auch eine große Zahl weiterer sogenannter weicher Ziele. "Es gibt so viele Möglichkeiten, mit einem Lkw Menschen zu töten."

6. Polizeipräsident Kandt sagte, es sei möglich, dass ein gefährlicher Straftäter noch im Raum Berlin sei. Die Polizei befinde sich rund um die Uhr in einem Sondereinsatz, der voraussichtlich auch bis Silvester andauern werde.

7. Nach den Worten von Generalbundesanwalt Frank ist unklar, ob es eine größere Tätergruppe gibt oder ob der Täter von außen angeleitet wurde. Berlins Polizeipräsident Kandt betonte jedoch, es sei "nicht zwingend notwendig", dass mehr als eine Person beteiligt war. Die Tat sei logistisch "nicht so anspruchsvoll" gewesen.

8. Die Polizei durchsuchte in der Nacht die Flüchtlingsunterkunft im früheren Flughafen Tempelhof, weil der festgenommene Tatverdächtige dort vermutlich untergebracht war, wie Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt erklärte. "Ich glaube schon, dass wir die richtige Schlafstelle da auch gefunden haben." Der Mann sei nicht als Gefährder eingestuft gewesen.

9. BKA-Präsident Münch sagte, der zunächst Verdächtigte sei der Polizei zwar bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Waffen oder wegen möglicher Kontakte ins islamistische Spektrum. Er sei "kein eingestufter Gefährder" gewesen.

10. Eine Alarmierung der Bevölkerung über das System Katwarn war aus Sicht des Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag nicht notwendig. Die hohen Klickzahlen in den sozialen Medien zeigten, dass die Berliner Polizei ihre eigenen Möglichkeiten habe, die Öffentlichkeit zu erreichen. "Wir brauchen Katwarn nicht als Polizei Berlin", sagte Kandt.

11. Bei der Durchsuchung der Flüchtlingsunterkunft am früheren Berliner Flughafen Tempelhof wurde ein Mobiltelefon beschlagnahmt. "Wir haben ein Handy gefunden, das wir auswerten", sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt. Weitere Angaben machte er nicht. Die Auswertung des Telefons sei noch nicht weit genug fortgeschritten.

12. Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Tatverdächtigen von Berlin fiel noch am gleichen Tag. "Es ist möglich, dass wir heute Abend entscheiden: Er ist es aus unsere Sicht nicht", sagte Generalbundesanwalt Peter Frank bereits am Nachmittag. BKA-Chef Münch sagte, es gelte die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte, die Beschreibungen des geflüchteten Täters seien noch nicht konkret genug. Am Dienstagabend wurde der Verdächtige wieder freigelassen.

+++ Hinweis der Redaktion: Aufgrund aktueller Entwicklungen wurde dieser Text um 19:40 Uhr aktualisiert. +++

Mehr zum Thema: Aktuelle Informationen aus Berlin findet ihr im Liveblog

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png