LIFE
19/12/2016 11:14 CET

Ich bin Rettungssanitäterin - ihr werdet nie verstehen, was das wirklich heißt

Sie sind die Elitesoldaten der Gesundheitsberufe, die stillen Helden, die vergessenen Retter: Sanitäterinnen, Krankenschwestern und Pfleger leisten jeden Tag mehr, als wir anderen uns vorstellen können.

Sie machen Überstunden, riskieren ihre eigene Gesundheit, um anderen zu helfen und bekommen nicht nur ein vergleichsweise geringes Gehalt, sondern auch kaum Anerkennung für ihre Arbeit.

Allzu häufig nehmen wir es für selbstverständlich, dass sie da sind - und vergessen zu fragen, wie es ihnen geht.

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Wer sind die Menschen, die kommen, wenn wir den Notruf wählen? Die alles geben, um uns oder den Menschen, die wir lieben, das Leben zu retten? Wer sind die Menschen, die uns Trost spenden, wenn sie zu spät kommen? Oder es einfach nicht in ihrer Macht steht, ein Leben zu retten.

"Als Mensch habe auch ich gelitten. Im Stillen."

Jenny Ralph ist eine solche Frau. Sie ist Rettungssanitäterin und sie hat ihren ganzen Mut zusammen genommen, um genau diese Frage zu beantworten. Damit wir endlich verstehen, was es heißt, in einem Beruf wie ihrem zu stehen:

"Ich hatte einen Arbeitsunfall. Wie sich herausstellt, können 22 Jahre Überstunden, Schichtarbeit und das schwere Gewicht menschlichen Leids einen Menschen verletzen. Äußerlich betrachtet ist diese Verletzung nicht zu sehen. Ich laufe nicht an Krücken und ich zucke nicht vor Schmerz zusammen, wenn ich mich bücken muss, um etwas aufzuheben. Ich habe keine schmerzenden Gelenke oder gebrochenen Knochen.

Wenn wir uns unterhalten, lächle ich. Manchmal lache ich sogar. Ich bin eine großartige Zuhörerin. Ihr könnt mir lange und aufmerksam in die Augen sehen, aber ihr werdet meine Verletzung nicht erkennen.

"Ich habe versucht, die Bilder zu löschen"

22 Jahre lang habe ich die Menschen, die ich liebe, davor bewahrt zu erfahren, was meine Augen gesehen haben. Ich habe die Schreie begraben, die Tränen zur Seite geschoben und versucht, die verstörenden Bilder zu löschen.

Ich bin auf Umwegen nach Hause gefahren, damit ich nicht an den Orten vorbeimusste, an denen ich schlimme Sachen gesehen hatte. Ich habe Blumen auf der Straße niedergelegt, wo ich Menschen hatte sterben sehen. Ich habe viele Kinder gehalten und viele Eltern umarmt, während sie trauerten.

Meine Hände haben neues Leben auf die Welt geholt. Und meine Hände waren das Letzte, was ein Mensch gespürt hat, als er seine letzten Atemzüge nahm.

Als Mensch habe auch ich gelitten. Im Stillen.

Ich habe mich nicht bei einer einzelnen Gelegenheit verletzt. Ich habe mich in 22 Jahren Berufsalltag verletzt.

"Es ist an der Zeit, zu trauern"

Die Gefühle, von denen ich dachte, ich hätte sie vergraben, gelöscht, zur Seite geschoben oder verleugnet, haben entschieden, dass es an der Zeit ist.

Es ist an der Zeit, zu trauern. Es ist an der Zeit, zu reden. Es ist an der Zeit, ehrlich zu sein. Es ist an der Zeit, mich nicht länger zu verurteilen. Es ist an der Zeit, keine Angst mehr zu haben. Es ist an der Zeit, mich nicht mehr kaputt oder beschämt zu fühlen. Es ist für mich an der Zeit zu akzeptieren, dass die vier Buchstaben, die mir so schwer über die Lippen gehen, meine Krankheit definieren - nicht mich.

Ich habe PTBS. Ich habe eine Posttraumatische Belastungsstörung, doch wie bei jeder anderen Verletzung werde ich heilen. Ich werde mich erholen."

Jenny Ralphs Post wurde von der Facebook-Seite Love What Matters aufgegriffen und hat seither Tausende Menschen erreicht.

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(vr)