POLITIK
20/12/2016 00:36 CET | Aktualisiert 20/12/2016 00:40 CET

Putin droht nach Botschafter-Mord: "Banditen werden es zu spüren bekommen"

Nach dem Attentat macht der Schütze Anspielungen auf die syrische Stadt Aleppo
AP
Nach dem Attentat macht der Schütze Anspielungen auf die syrische Stadt Aleppo

  • Nach dem Mord an dem russischen Botschafter in Ankara kündigt Präsident Putin eine Untersuchung an

  • Beim Besuch einer Galerie hatte ein Bewaffneter Botschafter Karlow erschossen

  • Nach der Tat machte der Schütze Anspielungen auf den Krieg in Syrien und die Stadt Aleppo

Kremlchef Wladimir Putin hat nach der Ermordung des russischen Türkei-Botschafters Andrej Karlow eine intensive Suche nach den Drahtziehern angekündigt.

"Wir müssen wissen, wer die Hand des Mörders führte", sagte er nach Angaben der Agentur Interfax am Montag in Moskau. Als Antwort auf den Mord werde Russland seinen Kampf gegen den Terror verstärken.

"Die Banditen werden es zu spüren bekommen."

Putin ordnete die Bildung einer Ermittlergruppe an, die gemeinsam mit türkischen Behörden die Bluttat untersuchen soll. Der Mord sei eine Provokation, die das zwischenstaatliche Verhältnis stören soll.

Gemeinsam mit Außenminister Sergej Lawrow und den Geheimdienstchefs Sergej Naryschkin und Alexander Bortnikow beriet der Präsident über die weiteren Schritte. Ähnlich wie Putin äußerte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fast zeitgleich in einer TV-Ansprache.

Ein Bewaffneter in Anzug und Krawatte hatte während einer Fotoausstellung mehrfach auf den Diplomaten Karlow geschossen. Dabei rief der Mann "Allahu Akbar" und machte Anspielungen auf die syrische Stadt Aleppo, wo Russland mit Luftangriffen zur Niederlage der Rebellen beitrug.

Polizisten, die nach dem Vorfall in der Galerie anrückten, erschossen den Angreifer Medienberichten zufolge nach einem 15-minütigen Schusswechsel.

Das türkische Innenministerium identifizierte ihn als einheimischen Polizisten mit Jahrgang 1994, der seit zweieinhalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei in Ankara arbeitete. Der 62-jährige Karlow wurde zunächst mit Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht, kurz darauf vermeldete Moskau sein Ableben.

Der Hintergrund des Attentats war zunächst unklar. Es geschah einen Tag vor dem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister Russlands, der Türkei und des Irans. In Moskau wollen sie am Dienstag über die Zukunft Syriens sprechen. Russland und der Iran hatten Syriens Präsidenten Baschar al-Assad während des seit 2011 andauernden Bürgerkriegs unterstützt, während die Türkei seinen Feinden half.

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