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19/12/2016 04:52 CET | Aktualisiert 19/12/2016 06:10 CET

"Typisches Wahlkampfgetöse": Unions-Politiker kritisieren Nahles' Reichenkritik

Stefanie Loos / Reuters
Arbeitsministerin Andrea Nahles' Äußerungen über Reiche sorgte für heftige Kritik

  • Nach der Reichenkritik von Arbeitsministerin Andrea Nahles kritisieren Union und FDP die SPD-Politikerin

  • Das sei "typisches Wahlkampfgetöse" sagte Unionsfraktionsvize Fuchs der "Bild"

  • Auch FDP-Chef Lindner warnte davor, die "Neid-Debatte" zu schüren

Andrea Nahles bekommt für ihre Kritik an den Reichen Kontra aus den anderen Parteien.

Nahles hatte am Freitag unter anderem kritisiert, dass reiche Erben in Deutschland "wie in einer Kaste" leben. Das Thema "Reiche" sei in Deutschland so etwas "wie eine Blackbox, ein schwarzes Loch", sagte Nahles in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Sie prangerte einen Trend zur "Refeudalisierung" an.

Jetzt haben führende Unions-Politiker zum Gegenschlag ausgeholt.

"Typisches Wahlkampfgetöse“, nannte der Wirtschaftspolitiker und Unionsfraktionsvize Michael Fuchs die Äußerungen der Sozialministerin gegenüber der Montagsausgabe der "Bild".

"Reiche sind die Hauptsteuerzahler"

"Die so genannten Reichen sind die Hauptsteuerzahler. Die obersten zehn Prozent der Vermögenden zahlen 50 Prozent des Aufkommens der Einkommenssteuer. Viele engagieren sich außerdem in gemeinnützigen Stiftungen." Die Vorwürfe der Ministerin entbehren "jeglicher Realität", sagte Fuchs.

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Auch von der FDP kommt Kritik. Partei-Chef Christian Lindner sagte der "Bild": "Dieser Klassenkampf hilft den Millionen Familien nicht, denen Frau Nahles mit steigenden Rentenbeiträgen das Leben schwerer machen will." Die Politik solle sich darauf konzentrieren, die Mitte in unserem Land stark zu machen, statt die Neid-Debatte zu schüren.

"Frau Nahles verdreht die Realität"

Kritik kam ebenfalls vom CDU-Wirtschaftsrat. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Verbandes, sagte dem Blatt: "Frau Nahles verdreht die Realität, um einen platten rot-rot-grünen Neid-Wahlkampf vorzubereiten." Der Wohlstand in der Breite unserer Gesellschaft wachse mit dem Einkommen.

Spitzenverdiener und Familienunternehmer würden ohnehin schon erheblich den Staat und immer teurer werdende Sozialsysteme finanzieren, kritisierte Steiger.

Außerdem sagte er: "Dass in Deutschland heute die Steuereinnahmen so sprudeln, hat viel damit zu tun, dass wir durch die angeblich so reichen Familienunternehmen besser als die meisten Industriestaaten aus der Krise gekommen sind und unser Arbeitsmarkt vor allem durch sie gut läuft." Diesen Unternehmen jetzt weitere Lasten aufzubürden, bewirke aber genau das Gegenteil.

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