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19/12/2016 18:56 CET | Aktualisiert 19/12/2016 20:40 CET

Ein LKW rast in den Berliner Weihnachtsmarkt: Was wir wissen und was nicht

BERLIN, GERMANY - DECEMBER 19:  A policeman with a submachine gun stands at the area after a lorry truck ploughed through a Christmas market on December 19, 2016 in Berlin, Germany. Several people have died while dozens have been injured as police investigate the attack at a market outside the Kaiser Wilhelm Memorial Church on the Kurfuerstendamm and whether it is linked to a terrorist plot.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)
Sean Gallup via Getty Images
BERLIN, GERMANY - DECEMBER 19: A policeman with a submachine gun stands at the area after a lorry truck ploughed through a Christmas market on December 19, 2016 in Berlin, Germany. Several people have died while dozens have been injured as police investigate the attack at a market outside the Kaiser Wilhelm Memorial Church on the Kurfuerstendamm and whether it is linked to a terrorist plot. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Fünf Tage vor Heiligabend, die Menschen trinken fröhlich Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin. Dann beginnt das Grauen. Gegen 20 Uhr brettert ein dunkler Lastwagen über den Bürgersteig, fährt direkt in den Markt hinein.

Auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern werden Menschen überrollt, Buden eingedrückt, Markstände in Kleinholz verwandelt. Viele Besucher haben keine Chance. Mindestens neun Menschen sterben, 45 weitere werden teils lebensgefährlich verletzt. Wenig später schon spricht die Polizei von einem Anschlag.

Das wissen wir ...

  • Ein Sattelschlepper mit polnischen Kennzeichen ist auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast.

  • Kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls sagt ein Polizeisprecher, es handle sich vermutlich um einen Anschlag. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagt in der Nacht, dass viel für einen Anschlag spreche.

  • Die Polizei teilte auf Twitter mit, dass sie in der Nähe des Breitscheidplatzes eine verdächtige Person festgenommen hatte. Sie war zunächst Richtung Zoo geflüchtet und wurde später im Bereich der Siegessäule festgenommen. "Ob es sich um den Fahrer des LKW handelt, wird derzeit geprüft", so die Polizei.

  • Viel deutet darauf hin, dass der Mann - ein Pakistaner oder Afghane - bei der Einreise nach Deutschland als Flüchtling registriert worden sei. Seine Identität ist noch nicht zweifelsfrei geklärt

  • Der Lastwagen der Marke Scania gehört einer polnischen Spedition und hatte Stahlkonstruktionen geladen.

  • Der Lastwagen-Fahrer war laut Speditions-Eigentümer seit etwa 16 Uhr nicht mehr zu erreichen gewesen.

  • Derzeit gibt es keine Hinweise auf weitere gefährdende Situationen in der Berliner Innenstadt. Nach Worten von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) war die Situation am Abend unter Kontrolle.

  • Sieben Berliner Staatsanwälte leiten und unterstützen die Ermittlungen zum mutmaßlichen Anschlag. Parallel ermittelt auch der Generalbundesanwalt.

... und das wissen wir nicht

  • Zwar sagte ein Polizeisprecher kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls, es handle sich vermutlich um einen Anschlag. Doch noch gibt es keine offizielle Bestätigung dafür. Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat oder ein Amoklauf war, ist ebenfalls offen.

  • Auch hatten die Sicherheitsbehörden noch keine Klarheit über die Hintergründe. Fest stehe noch nichts, aber vieles spreche für eine islamistische Attacke, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus Sicherheitskreisen.

  • Zwar heißt es in Sicherheitskreisen, der Verdächtige könnte ein Pakistaner oder Afghane sein. Eine genaue Identifizierung sei jedoch schwierig, da möglicherweise auch falsche Namen benutzt würden.

  • Unklar ist auch die Identität des Toten auf dem Beifahrersitz und seine Todesumstände

  • Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, was kurz vor dem mutmaßlichen Anschlag mit dem Laster passierte. Während die Polizei Hinweisen nachgeht, dass das Fahrzeug bereits in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde, sagte der Speditionschef, der Fahrer sei auf dem Weg von Italien nach Berlin gewesen.

  • Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: "Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden."

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich derweil tief betroffen über das "schreckliche Geschehen" mit mindestens neun Toten geäußert.

"Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt", teilte Gauck am Montagabend mit.

In unserem Live-Blog informieren wir über alle aktuellen Geschehnisse vom Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.

(Mit Material der dpa)