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19/12/2016 07:07 CET | Aktualisiert 19/12/2016 07:46 CET

Ökonomen fürchten Euroaustritt Italiens: "Das wäre das Anfang vom Ende der Eurozone"

Ehemaliger Ministerpräsident Matteo Renzi scheiterte an einer Verfassungsänderung. Italiens Bürger stimmten mit "Nein"
Alessandro Bianchi / Reuters
Ehemaliger Ministerpräsident Matteo Renzi scheiterte an einer Verfassungsänderung. Italiens Bürger stimmten mit "Nein"

  • Ein Viertel der deutschen Ökonomen erwartet ein Ausscheiden Italiens aus dem Euro

  • Vor allem die Situation der Banken macht Wirtschaftsexperten Sorgen

Italien bleibt das Sorgenkind in der Eurozone.

Gut ein Viertel der deutschen Ökonomen erwartet, dass Italien mittelfristig aus der Eurozone ausscheidet. Immerhin 57 Prozent halten das hingegen für unwahrscheinlich, 14 Prozent für sehr unwahrscheinlich. Das ergab das Ökonomenpanel, eine Befragung unter allen Wirtschaftsprofessoren Deutschlands durch das Ifo-Institut, über das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Aber was ist eigentlich los in Italien?

Italiens Banken stehen vor dem Kollaps

Italien gilt als eines der größten wirtschaftlichen Sorgenkinder in Europa. Der Grund: Die Wirtschaft wächst nicht mehr, hinzu kommt die hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter der jungen Bevölkerung des Landes. Außerdem ist die Staatsverschuldung unverändert hoch.

Dass Italien aus der Eurozone austritt, sehen deutsche Ökonomen jedoch nicht als Lösung.

Mehr als die Hälfte der Wirtschaftsexperten sieht sehr schädliche Auswirkungen auf die Stabilität des Währungsraums, sollte Italien aus dem Euro aussteigen. "Der Austritt Italiens wäre der Anfang vom Ende der Eurozone", sagte Niklas Potrafke, Direktor des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, das die Umfrage in Zusammenarbeit mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" organisiert hat.

Mehr zum Thema: Italiens Verfassungsreferendum: Am 4. Dezember könnte Europa in eine tiefe Krise stürzen

Ministerpräsident Matteo Renzi hatte Anfang Dezember vergeblich versucht, die Verfassung zu ändern, um Italien regierbarer zu machen. Die Italiener lehnten das mehrheitlich ab. Daraufhin erklärte Renzi seinen Rücktritt. Nun führt eine Übergangsregierung das Land.

Nach Ansicht der befragten deutschen Ökonomen hat Renzi zu viele Dinge miteinander verknüpft. Neben der Beschränkung der Einflussmöglichkeiten der zweiten Kammer des Parlaments, des Senats, wollte er die Kompetenzen der Regionen verringern und der größten Partei im Parlament mit einem Bonussystem eine Regierungsmehrheit geben.

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