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18/12/2016 13:26 CET | Aktualisiert 19/12/2016 07:36 CET

NSU-Prozess: Gutachter beurteilt Zschäpes Schuldfähigkeit

Ab Dienstag soll der Sachverständige Henning Saß sein Gutachten vortragen, in dem es um die Frage von Zschäpes Schuldfähigkeit geht.
Matthias Schrader/dpa
Ab Dienstag soll der Sachverständige Henning Saß sein Gutachten vortragen, in dem es um die Frage von Zschäpes Schuldfähigkeit geht.

  • Der NSU-Prozess steuert nach über dreieinhalb Jahren auf sein Ende zu

  • Ab Dienstag soll vor Gericht das psychologische Gutachten über Zschäpes Schuldfähigkeit vorgetragen werden

  • Die "Bild"-Zeitung konnte bereits jetzt das Gutachten von Zschäpe einsehen

Der NSU-Prozess steuert nach über dreieinhalb Jahren auf sein Ende zu. Ein wichtiges Beweismittel steht allerdings noch aus: Das psychologische Gutachten über die Angeklagte Beate Zschäpe.

Ab Dienstag soll der Sachverständige Henning Saß sein Gutachten vortragen, in dem es um die Frage von Zschäpes Schuldfähigkeit, sowie um die Möglichkeit einer Sicherungsverwahrung geht.

Die "Bild"-Zeitung, der das Gutachten bereits vorliegt, berichtet, dass der Sachverständige Zschäpe für schuldfähig halte. Zschäpe sei demnach seelisch gesund.

In dem Gutachten werde außerdem angeführt, dass Zschäpe in einer „engen und weitgehend solidarischen Gemeinschaft mit politisch-ideologisch fixierten Vorstellungen und daraus resultierenden Verhaltensweisen“ lebte.

Laut "Bild"-Zeitung drohe Zschäpe Sicherungsverwahrung, falls sie tatsächlich im Sinne der Anklage verurteilt wird, weil laut dem Gutachten die Gefahr hoch sei, dass Zschäpe weiterhin Verbrechen begehen würde.

Gutachten umfasst mehr als 170 Seiten

Weiter heiße es in dem Gutachten, dass Zschäpe ihre Rolle nach dem Untertauchen perfektioniert habe und dass ihr Verhalten für Raffinesse und eine hohe Fähigkeit zur Tarnung spreche.

Das Gutachten des Sachverständigen umfasst mehr als 170 Seiten. Saß fasst darin Angaben von Zeugen und Ermittlern, sowie Eindrücke aus Akten und Beobachtungen während des Prozesses zusammen. Ein Gespräch mit der Angeklagten selbst war hingegen nicht möglich, weil Zschäpe dazu nicht bereit war.

Zschäpe ist Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden des "Nationalsozialistischen Untergrunds" vor, die bis auf einen alle aus rassistischen Motiven verübt worden sein sollen.

(Mit Material der dpa)

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