POLITIK
18/12/2016 01:41 CET | Aktualisiert 18/12/2016 01:42 CET

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erklärt, warum der Westen Syrien im Stich ließ

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erklärt, warum der Westen Syrien im Stich ließ
Francois Lenoir / Reuters
Nato-Generalsekretär Stoltenberg erklärt, warum der Westen Syrien im Stich ließ

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die militärische Zurückhaltung des Westens im Syrien-Konflikt gerechtfertigt. "Manchmal wären die Kosten des Einsatzes militärischer Mittel größer als der Nutze", sagte Stoltenberg im Interview mit der "Bild am Sonntag“.

Mit Blick auf Syrien sind die Nato-Partner zum Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Militär eine schreckliche Situation noch schrecklicher machen würde."

Ein Militäreinsatz könnte, so Stoltenberg, zu einer weiteren Eskalation beitragen. "Wir würden riskieren, dass es ein größerer regionaler Konflikt wird. Oder dass noch mehr Unschuldige sterben", sagte Stoltenberg.“

Seit Beginn des arabischen Frühling im Jahr 2011 sind in Syrien schätzungsweise 400.000 Menschen dem Krieg zum Opfer gefallen. Einem Krieg, der sich längst nicht mehr auf Syrien beschränkt.

Auch der Irak erlebt ein ähnliches Martyrium wie Syrien, iranische und libanesische Milizen greifen in beiden Ländern entscheidend ins Kriegsgeschehen ein. In Syrien unterstützt der russische Präsident Wladimir Putin den brutalen Rückeroberungsfeldzug des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

"Dann würden wir in einer Welt mit noch mehr Kriegen enden"

Stoltenberg verteidigte die Passivität der Nato: "Wenn wir auf jedes Problem, jede humanitäre Katastrophe mit militärischen Mittel antworten würden, würden wir in einer Welt mit noch mehr Kriegen und Leiden enden."

Mehr zum Thema: Die Friedens-Lüge: Wie Putin und Assad die letzte Hoffnung für Aleppo begraben

Die Wahlkampfkritik von Donald Trump, die Nato sei "obsolet" geworden, wies Stoltenberg – auch vor dem Hintergrund der Machtlosigkeit im Syrienkonflikt – zurück: "Die Nato ist wichtiger denn je! Die Welt ist gefährlicher als je zuvor, deswegen brauchen wir auch mehr denn je ein Bündnis wie die Nato."

Stoltenberg begrüßte die Ankündigung der EU, die Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine zu verlängern: "Die Wirtschaftssanktionen senden die klare Botschaft an Russland, dass es kostspielig ist, internationales Recht zu brechen und mit militärischen Mitteln Grenzen zu verändern.“

Er begrüße deshalb die Entscheidung der EU, die Sanktionen zu verlängern. Stoltenberg weiter: „Gleichzeitig müssen wir weiter mit Russland das Gespräch suchen. Das ist das Signal des Nato-Russland-Rates am Montag: Die Nato will keine Eskalation, sie will keinen Kalten Krieg."

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