POLITIK
18/12/2016 07:35 CET | Aktualisiert 18/12/2016 07:36 CET

"Der Sieger ist Russland": Nahost-Experte hat eine düstere Prognose für die Zukunft Syriens

"Der Sieger ist Russland": Nahost-Experte hat eine düstere Prognose für die Zukunft Syriens
Artyom Korotayev via Getty Images
"Der Sieger ist Russland": Nahost-Experte hat eine düstere Prognose für die Zukunft Syriens

Mit dem Fall der Rebellengebiete Aleppos spitzt sich die Lage im Syrienkrieg weiter zu. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad gewinnt mit seinem mörderischen Regime wieder an Boden. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die russische Unterstützung der syrischen Armee.

Nach Einschätzung des Nahost-Experten Michael Lüders handelt es sich in Syrien daher um einen Stellvertreterkrieg. Lüders sagte dem "Deutschlandfunk“: "Hier wird Geopolitik der primitivsten Art auf dem Rücken der Syrer betrieben."

Lüders, Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, glaubt: "Der strategische Sieger für den Augenblick ist Russland - und der Iran."

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Syrienkonflikt ist ein "Kuhhandel" zwischen Russland und der Türkei

Während Russland Assad mit Luftangriffen unterstützt, gehen auf dem Boden auch iranische und libanesische Milizen gegen die Rebellen vor. Lüders legt sich fest, der Westen habe den Kampf gegen das Assad-Regime verloren, Assad werde an der Macht bleiben.

Auch die Türkei hegt neben Russland und dem Iran den Wunsch, die Zukunft Syriens mitzugestalten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will daher mit seinen Amtskollegen über einen Friedensplan für den Bürgerkriegsstaat beraten.

Lüders sprach von einem "Kuhhandel" zwischen Russland und der Türkei, bei dem es vor allem um Öl und geopolitische Interessen gehe. Dem "Deutschlandfunk“ sagte er: "Es kann keine Straße, keine Pipeline gebaut werden - von den Golfstaaten, vom Irak in Richtung Türkei - die nicht, wenn sie profitabel sein will, syrisches Gebiet kreuzt."

Andere Experten widersprechen seit längerem dem Narrativ des "Stellvertreterkrieges“. Militärexperte Lionel Beehner argumentierte so im US-Magazin "Foreign Affairs“, der Krieg würde nur durch die syrische Bevölkerung entschieden werden können.

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