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18/12/2016 08:13 CET | Aktualisiert 19/12/2016 07:42 CET

Hamburger Polizeioberkommissarin fordert schnellere Abschiebungen bei Straftaten

Hamburger Polizeioberkommissarin fordert schnellere Abschiebungen bei Straftaten
Michaela Rehle / Reuters
Hamburger Polizeioberkommissarin fordert schnellere Abschiebungen bei Straftaten

"Die Justiz ist am Limit, und wir als Polizei sind es auch." Dieses Fazit zieht die Polizeioberkommissarin Christine Höxtermann, als sie davon erzählt, was sie in ihrem Beruf als Polizistin ärgert.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung beschwert sich die Polizeioberkommissarin, dass straffällig gewordene Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht schnell genug abgeschoben würden.

Sie berichtet in diesem Zusammenhang von einem Mann, der im vergangenen Jahr als Flüchtling nach Deutschland gekommen war und eine Frau auf der Toilette einer Bar vergewaltigt hatte. Sie sagt, der Mann sei schon zuvor wegen anderer Delikte vorbestraft gewesen. Deshalb fragt sie: "Warum haben wir den nicht längst nach Hause geflogen?"

"Nur Wasser auf den Mühlen der Rechten"

"Das ist doch nur Wasser auf den Mühlen der Rechten, die dann wieder sagen: 'Die Ausländer können kriminell werden, ihnen passiert ja nichts.'" sagt Höxtermann gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Höxtermann betont deswegen auch ganz klar: "Wir dürfen nicht anfangen, Ausländer zu stigmatisieren." Viele Kollegen seien wegen der zuvor geschilderten Probleme gefrustet. Dennoch sei es wichtig, dass sie jeden Tag wieder "unvoreingenommen an einen Einsatz herangehen."

Höxtermann: "Dann kann ich mir das auch klemmen."

Die Polizeioberkommissarin erklärt außerdem, dass sie manchmal das Gefühl habe, ihre Arbeit lohne sich gar nicht: "Manchmal schreiben wir gefühlt die 50. Anzeige gegen einen Straftäter – und wissen, dass wieder nichts passiert."

Als Beispiel nennt sie drei Einbrecher, die auf frischer Tat ertappt worden seien. Dennoch seien sie in der gleichen Nacht wieder freigelassen worden und am nächsten Tag hätten sie einfach weitergemacht.

"Da hast du manchmal das Gefühl, dass du den Papierkram auch gleich in den Reißwolf stecken kannst", so Höxtermann.

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(lp)