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17/12/2016 18:24 CET

"Das ist Wahnsinn": Donald Trump setzt beispiellosen Tweet an China ab

donald trump
Shannon Stapleton / Reuters
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Wer mächtigster Mann der Welt werden will, der sollte besondere Gaben haben.

Nun, Donald Trump hat zweifellos Fähigkeiten, über die nicht viele Menschen verfügen.

Jedenfalls schafft er es, sich zu blamieren - und eine diplomatische Krise zu befeuern. Alles gleichzeitig, in einem Tweet.

Drohnen-Streit zwischen China und den USA

Der Hintergrund der Geschichte: Nach Angaben des Pentagons hatte das US-Militär eine Forschungsdrohne im Südchinesischen Meer nahe den Philippinen zum Sammeln ozeanographischer Daten eingesetzt. Es wollte die Drohne gerade bergen, als die Besatzung eines chinesischen Marineschiffes ein- und die Drohne ergriff.

Beispielloser Tweet

Trump sah sich dann zu folgendem Tweet veranlasst: „China stiehlt in internationalen Gewässern Forschungsdrohne der US-Marine – zerrt sie aus dem Wasser und bringt sie in beispielloser Aktion nach China“

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Nun mag er vielleicht in der Sache recht haben – aber angesichts der Tatsache, dass er China schon vor seinem Amtsantritt bis aufs Blut gereizt hat, täte er doch gut daran, sich im Ton zu mäßigen. Trump hatte Peking mit einem direkten Telefonat mit Taiwan verärgert und danach die Ein-China-Politik der USA infrage gestellt.

Außerdem schrieb der für seine unbedachten Tweets bekannte Trump nicht „unprecedented“, sondern vertippte sich.

„Unpresidented“ stand dann da. Inzwischen wurde der Tweet korrigiert.

Spott aus den USA

Der Spott aber hält sich. So spottete man, man könne das Wort leider nicht als „Wort des Tages“ bezeichnen. Weil es das Wort ja nicht gebe.

US-Senator Chris Murphy twitterte: „Das ist Wahnsinn. Um 7.30 Uhr am Samstag Eskalation der diplomatischen Krise mit China, mit Schreibfehler.“

China will die Drohne übrigens zurückgeben. Eine entsprechende Übereinkunft sei in direkten Gesprächen erzielt worden, bestätigte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Samstag.

Das Verteidigungsministerium in Peking warf Trump laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua unangemessene Dramatisierung vor und kündigte eine Rückgabe „auf angemessene Weise“ an, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Was auch immer eine angemessene Antwort wäre ...

Das kann vieles heißen. Schlimmstenfalls verschärfen sich die Spannungen weiter.

Sollten die Chinesen Humor haben, könnten sie sich natürlich auch im Trump-Style revanchieren. Und die Drohne dem designierten Präsidenten persönlich zurückschicken, Begleitschreiben samt Fehlern inklusive. Fraglich wäre nur, ob Trump derart subtilen Humor verstünde. Dazu müsste er ja erst einmal Fehler als solche erkennen.

Mit Material von dpa

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