POLITIK
17/12/2016 09:55 CET | Aktualisiert 17/12/2016 10:53 CET

AfD-Aussteigerin rechnet mit ihrer Ex-Partei ab: "Krasser als die NPD"

Die abtrünnige Abgeordnete Claudia Martin wirft der AfD Stimmenfang bei rechten Gruppen vor
dpa
Die abtrünnige Abgeordnete Claudia Martin wirft der AfD Stimmenfang bei rechten Gruppen vor

Die aus der AfD ausgetretene Stuttgarter Landtagsabgeordnete Claudia Martin hat der Partei Stimmenfang bei rechten Gruppen vorgeworfen.

Die AfD spiele vor allem in der Flüchtlingspolitik mit rechtspopulistischen Aussagen, grenze sich nicht ab vom Extremismus und habe jede Fähigkeit zur Selbstkritik verloren, sagte die Politikerin am Samstag in Stuttgart.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagt sie, die AfD habe Pläne, „die sind krasser als das, was die NPD früher wollte. Sie bezog sich auf ein Papier, in dem vorschlagen werde, Asylbewerber zu kasernieren und sie auf die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten.

"Die AfD hat den Blick auf die Menschen verloren"

Die rechten Positionen würden immer mehr auch rechte Mitglieder anlocken. Martin hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sie aus der Fraktion und der Partei austritt.

Die AfD habe viele ihrer Positionen aufgegeben. "Sie hat für mich den Blick auf die Menschen verloren", sagte Martin. So erkenne die Partei etwa nicht an, dass sich in der Flüchtlingspolitik viel bewegt habe.

"Auch Flüchtlinge sind Menschen", sagte die Politikerin. Die AfD aber gebe den geflüchteten Menschen die Schuld an allem.

AfD-Vorstand Meuthen warf Martin "Heuchelei" vor

Die Abgeordnete lehnte Forderungen der baden-württembergischen AfD-Fraktion ab, ihr Mandat zurückzugeben. Fraktionschef Jörg Meuthen, der auch Bundesvorsitzender ist, warf Martin "falsches Spiel" und "Heuchelei" vor.

Die Partei kam nach der Landtagswahl am 13. März zum ersten Mal ins Stuttgarter Parlament. Ohne Martin hätte die AfD im Landtag 21 Mitglieder - und wäre damit immer noch die größte Oppositionsfraktion vor der SPD, die auf 19 Sitze kommt.

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(sk)