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17/12/2016 08:22 CET | Aktualisiert 18/12/2016 15:43 CET

Emotionaler Hilferuf: Afghane soll kurz vor seiner Hochzeit abgeschoben werden

"Wir wollten nächstes Jahr heiraten. Ich war noch nie so glücklich“, schreibt Tina Krause aus Bayreuth in einem Facebook-Post. Ihr Glück sieht sie nun allerdings in Gefahr, denn ihrem Freund, der seit über sechs Jahren in Deutschland lebt, droht die Abschiebung in sein Heimatland.

Tina Krauses Freund Karim Karimi kommt aus Afghanistan. Wie sie erklärt, ist er seit August 2010 in Deutschland und ist im Integrationsbeirat der Stadt Bayreuth tätig. Als Sprach- und Kulturmittler helfe er unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in Deutschland.

"Karim ist mein Freund, mein Begleiter, und wir kennen uns seit mehr als 4 Jahren", schreibt Krause in ihrem Beitrag. "Aus Sympathie und Freundschaft wurde Liebe!"

Hoffnung auf ein Weihnachtswunder

Seine unsichere Aufenthaltssituation in Deutschland habe Karimi aber bereits sehr mitgenommen, berichtet Krause weiter.

Das Paar hatte bislang gehofft, dass Karimi trotz Ablehnung des Asylantrags geduldet wird und weiterhin bleiben darf. Nach über sechs Jahren in Deutschland habe Karimi nun allerdings die Abschiebeaufforderung erhalten - also kurz vor der geplanten Hochzeit.

"Wir haben uns so sehr auf Weihnachten mit unseren Familien gefreut! Aber jetzt erlebe ich den schlimmsten Alptraum meines Lebens", schreibt Krause. Sie betont: "Für Karim ist die Abschiebung der sichere Weg in den Tod!"

Tina Krause hofft nun auf ein großes Weihnachtswunder. "Wir haben uns an die Härtefallkommission und das Bayerische Innenministerium gewandt", erklärt sie.

"Ich dachte immer, Liebe kennt keine Grenzen“

Die Härtefallkommission kann in einzelnen Fällen entscheiden, ob der Aufenthalt in Deutschland weiterhin gerechtfertigt ist, zum Beispiel dann, wenn eine Abschiebung zu einer dringenden persönlichen oder humanitären Härte führt.

"Aber die Zeit läuft gegen uns“, so Krause "und Integration hindert nicht daran, dass er abgeschoben wird."

Das Innenministerium hatte erst kürzlich bekannt gegeben, mehr Abschiebungen anzustreben – auch nach Afghanistan. Abschiebungen nach Afghanistan sind allerdings sehr umstritten, weil es in weiten Teilen des Landes Kämpfe zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Taliban-Rebellen gibt.

Dennoch hält die Bundesregierung einige Gebiete in dem Land für "hinreichend sicher".

Tina Krause gibt zu, dass sie Angst um ihre Zukunft und um ihre Familie hat. "Ich dachte immer, Liebe kennt keine Grenzen“, aber, so schreibt sie, "das gilt scheinbar nicht für binationale Paare!"

Mit Material von dpa.

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