WIRTSCHAFT
16/12/2016 17:46 CET | Aktualisiert 16/12/2016 17:46 CET

"Das kann nicht sein": Arbeitsministerin Nahles greift Reiche an

  • Arbeitsministerin Nahles hat in einem Interview reiche Deutsche angegriffen

  • Zudem rechtfertigte sie die geschönten Passagen im Armutsbericht

  • Im Video seht ihr, wieso dieser der Regierung Kritik einbrachte

Arbeitsministerin Andrea Nahes will die besonders Reichen in Deutschland viel stärker in den Blick nehmen als bislang und beklagt deren Abschottung vom Rest der Gesellschaft.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte Nahles: "Es werden immer häufiger große Summen vererbt. Das sind quasi leistungslos erworbene Vermögen für Menschen, die wie in einer eigenen Gesellschaft, wie in einer Kaste leben. Das Thema 'Reiche' ist in Deutschland wie eine Black Box, ein schwarzes Loch. Wenn das so bleibt, könnten sich Strukturen von mächtigen Zirkeln entwickeln. Es gibt auch bei uns einen Trend zur Refeudalisierung.“

Sie habe aber nichts gegen Millionäre, so Nahles weiter. "Von mir aus kann es ganz viele Millionäre geben.“ Es könne aber nicht sein, "dass wir über einen Hartz-IV-Empfänger bis auf den letzten Cent Bescheid wissen. Und über Reiche in diesem Land wissen wir fast nichts“, so die Ministerin.

"Um das diskutieren zu können, brauchen wir Daten über Reichtum.“ Der Bericht unter ihrer Federführung habe deshalb "erstmals untersuchen lassen, woher die Hochvermögenden ihren Reichtum haben“ und wie sie sich mit ihrem Geld für das Gemeinwohl engagierten.

Nahles rechtfertigt beschönigten Armutsbericht

Nahles rechtfertigte die umstrittenen Änderungen im Armuts- und Reichtumsbericht. Sie sagte der "Bild": "Es liegt in der Natur der Ressortabstimmung, dass die Meinungen aller Ressorts einfließen. Das ändert aber nichts daran, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Lage und demokratischer Teilhabe auf die Tagesordnung gehört".

Nahles weiter: "Wir führen die Diskussion so offen wie noch nie: Studien und Statistiken sind öffentlich, auch die zu den Hochvermögenden ist vollumfänglich auf unserer Homepage. So kann sich jeder selbst ein Bild machen.“