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17/12/2016 04:49 CET | Aktualisiert 17/12/2017 06:12 CET

Der neue Audi Q5 quattro: Allrad auf zwei Rädern

Audi AG
Setzt Maßstäbe: Der neue Audi Q5

Auf der Suche nach Verbrauchsreduzierung sind die Audi-Ingenieure beim neuen Q5 ausgerechnet beim Markenkern "quattro" fündig geworden. Weil auch der beste Allradantrieb mehr Kraftstoff verbraucht als ein "Zweiradler" wird der quattro-Vierradantrieb im modellgepflegten Q5 nur dann zugeschaltet, wenn es nötig ist. Auf unserer Testfahrt reichten meistens zwei angetriebene Räder. Nur wenn der Untergrund rutschig wurde, schaltete quattro ultra blitzartig - in exakt 200 Millisekunden - auf Allradantrieb um. Der Fahrer spürt davon nichts und kann sich darauf verlassen, immer dann vier angetriebene Räder unter sich zu haben, wenn es nötig ist.

Laut Audi bringt allein dieses Detail einen Verbrauchsvorteil von 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Das erscheint wenig zu sein, aber heutzutage zählt auch der kleinste Verbrauchsvorteil. Beeindruckt hat uns das System auf unwegsamen und sandigen Pisten. Der quattro-Antrieb mit der sogenannten "ultra-Technologie" sorgt wenn nötig für permanenten Allrad-Grip, bietet aber auch den effizienten Antrieb über die beiden Vorderräder, wenn der Untergrund ausreichend griffig ist. Es ist also kein Widerspruch, wenn Audi seinen quattro-Antrieb in einigen Varianten des Q5 so oft wie möglich als Fronttriebler dahin rollen lässt.

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Mehr Platz, mehr Fahrdynamik, mehr Komfort

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Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Audi Q5 in allen Dimensionen leicht gewachsen, abgenommen hat er aber um bis zu 90 Kilogramm. Der Zuwachs an Größe ist im Innenraum spürbar. Fünf Personen können sehr kommod reisen, wenngleich die Nutzung des fünften Platzes in der Mitte der hinteren Sitzbank eingeschränkt ist. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist außerordentlich ergonomisch gestaltet. Die Bedienbarkeit der Systeme erscheint nur auf den ersten Blick kompliziert, die Logik der Funktionen und ihre Systematik ist intuitiv bedienbar; das Lesen der Bedienungsanleitung ist eigentlich überflüssig, will man nicht sofort in alle Tiefen der elektronischen Möglichkeiten eintauchen. Diese lernt der Fahrer aber innerhalb weniger Fahrten auszuloten.

Der neue Q5 ist ein spürbarer Fortschritt. Mehr Platz im Innenraum, mehr Raum für Gepäck, mehr Fahrdynamik und Komfort sowie die weiterentwickelten Assistenten summieren sich zum Prädikat Klassenbester. Dabei steckt der Fortschritt nicht nur in unwesentlichen Details wie ein beheizbares Lenkrad oder Sitzen mit pneumatischer Massagefunktion. Das bereits aus anderen Audi-Modellen bekannte virtual cockpit mit dem hochauflösenden 12-Zoll-Bildschirm ist schlicht großartig. Nun gibt es die "Persönliche Routenassistenz" auch im Q5. Das Navigationssystem lernt regelmäßig gefahrene Strecken und errechnet Vorschläge für eine optimierte Routenplanung.

Effizienzassistenz spart auch Punkte in Flensburg

Manchmal scheint "Vorsprung durch Technik" die Ingenieure auch zu überflüssigen Gimmicks hinzureißen: Die Möglichkeit, über den integrierten WLAN-Hotspot mit bis zu acht mobilen Geräten online gehen zu können, dürfte eher selten ausgenutzt werden. Die im Baustein Audi Connect vorhandene fest installierte SIM-Karte inklusive Datenflatrate und Roaming-Fähigkeit in Europa ist allerdings sehr sinnvoll, auch wenn sie nur von einem Smart-Phone genutzt wird. Die Kosten für verschiedene, europaweit nutzbare Datenpakete sind überraschend überschaubar und ein attraktives Extra. Dass der Fahrer seinen Kalender vom Smartphone auf den MMI-Bildschirm übertragen kann, ist ebenfalls ein verbraucherfreundliches Detail.

Immer mehr Assistenten können als Vorboten fürs autonome Fahren interpretiert werden. Der prädiktive Effizienzassistent geht - wenn der Fahrer es wünscht - vom Gas, wenn eine Kurve das sinnvoll erscheinen lässt oder ein Ortsschild zum Einhalten des 50 km/h-Limits mahnt. Das System spart nicht nur Kraftstoff, sondern verhindert auch Einzahlungen auf das Flensburger Punkte-Konto. Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung halten wir für eines der herausragenden Features, das in keinem Auto mehr fehlen sollte. Der Stauassistent macht das Rollen im zähfließenden Verkehr zu einer relativ entspannten Angelegenheit.

Zum Start fünf Motoren von 150 bis 286 PS

Die Q5-Varianten kommen in Europa mit fünf Motoren mit Leistungen zwischen 150 und 286 PS auf den Markt. Die vier Diesel und der FSI-Benziner haben bis zu 27 PS mehr als die Vorgänger-Triebwerke, sind aber gleichzeitig sparsamer geworden. Der Zweiliter TFSI leistet beispielsweise 252 PS, kommt aber mit normierten 6,8 Litern aus. Bei unserer Testfahrt lagen wir laut Bordcomputer zwischen 8,8 und 9,7 Liter, was angesichts der gebotenen Leistung mehr als akzeptabel ist.

Dem Fahrer stehen im serienmäßigen Drive-Select-System bis zu sieben unterschiedliche Fahrmodi zur Verfügung. Mal komfortabel, mal sportlich straff oder aber mit der Einstellung lift/offroad stellt sich der Q5 auf die Wünsche des Fahrers und auf die entsprechenden Fahrbedingungen ein. Der Neue im Audi-Q-Portfolio überzeugt in allen Kriterien. Irgendwie hatten wir das Gefühl, im komfortabelsten Offroader auf dem Markt unterwegs zu sein. Allerdings nicht im billigsten. Der nach oben offene Grundpreis beträgt 45.100 Euro für den Q5 TDI mit 163 PS und quattro S tronic. Mit ein paar sinnvollen Extras lassen sich locker 60.000 Euro und mehr erreichen. Der von uns getestete 2.0 TFSI ist ab 39.800 zu haben.

Technische Daten Audi Q5 2.0 TFSI S tronic: Fünftüriger SUV, Länge: 4,66 Meter, Breite: 1,89 Meter, Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,81 Meter, Leergewicht: 1.720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 550 - 1550 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 1984 ccm, Leistung: 252 PS zwischen 5000 und 6000 U/min, max. Drehmoment: 370 Newtonmeter bei 1.600 - 4.500 U/min, 0 - 100 km/h: 6,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 237 km/h, Verbrauch kombiniert: 6,8 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission: 162 g/km, Preis ab: 39.800 Euro.