NACHRICHTEN
15/12/2016 13:27 CET | Aktualisiert 15/12/2016 17:56 CET

Ehemaliger Top-Diplomat erklärt, warum Trumps Präsidentschaft uns Hoffnung geben sollte

  • Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht die Nominierung von Rex Tillerson als US-Außenminister positiv

  • Gerade dessen gute Beziehung zu Russlands Präsident Wladimir Putin gibt für Ischinger Anlass zu Hoffnung

  • Seine Erklärung erfahrt ihr in 60 Sekunden oben im Video

Donald Trumps Ernennung des ExxonMobile-Chef Rex Tillersons zum US-Außenminister hat Politiker und Experten empört. Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemaliger detuscher Botschafter in Washington, warnte nun vor einer Vorverurteilung von Tillerson.

Ischinger sieht in Trumps Entscheidung ein positives Zeichen, das Anlass zu Hoffnung gibt.

Putins bester Freund?

Tillerson hat gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Kreml-Chef, so heißt es, schätzt den Öl-Manager. 2013 verlieh ihm Putin gar einen hohen russischen Orden.

Viele Politiker äußerten daher Bedenken über Tillersons Ernennung. Als Außenminister könnte er die Russland-Politik des Westens kippen und Sanktionen gegen den Kreml erschweren, sagten sie.

Der ehemalige Botschafter Ischinger dagegen findet die Entscheidung nachvollziehbar. Gerade weil Tillerson Putin nahe steht. Das könnte zu einer Annäherung der USA und Russland führen und bei der Lösung internationaler Krisen eine entscheidende Rolle spielen.

Obama hat Putin öffentlich erniedrigt

Im Interview mit dem Deutschlandfunk erinnerte Ischinger an die Beziehung von Washington zu Moskau in den vergangenen Jahren: "Seit fünf Jahren - vielleicht sind es vier Jahre, aber ich glaube, es sind fast fünf Jahre - hat kein amerikanischer Verteidigungsminister Russland mehr besucht."

Mehr zum Thema: Neuer Kalter Krieg zwischen den USA und Russland? Sicherheitsexperte warnt vor "Kettenreaktion mit fatalen Folgen"

Nun gebe es mit Tillerson endlich wieder die Chance, dass die Regierungen der USA und Russland vernünftige Gespräche miteinander führen. Als Außenminister werde der Unternehmer dafür sorgen, dass man in Moskau bereit sei zuzuhören. Ischinger bezeichnet seine Nominierung daher eher als "ein Zeichen von Hoffnung und vielleicht sogar bescheidenem Optimismus" - denn als ein Zeichen von Panik.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Hoffnung für Syrien

"Wir haben es auf breiter Front mit großen Problemen zu tun. Wir haben wachsende Gefahren, militärische wie auch nukleare Konfrontation", sagte Ischinger im Interview. Tillerson - und damit auch Trump - könnten dazu beitragen, die Konfliktherde zu entschärfen.

Die Chance einer Annäherung zwischen Russland und den USA sieht er vor allem im Syrien-Krieg. Trumps außenpolitische Versprechen, sich darauf zu konzentrieren, Terroristen zu bekämpfen, und nicht Regime zu stürzen, könnten die Lage in Syrien entspannen.

Gerade in Syrien haben die Unstimmigkeiten zwischen Washington und Moskau eine Lösung des Konflikts immer wieder verhindert. Mit Trump als Präsident und einem Russland-freundlichen Außenminister könnte das in Zukunft anders werden.

Diesen Schwenk könne man begrüßen oder nicht, meinte Ischinger. Aber er würde "eine gewisse Entspannung zwischen Russland und den USA zumindest in diesem Bereich ermöglichen."

Auch Europa könnte von der Ernennung Tillersons profitieren

Dass einige politische Beobachter sich sorgen, dass die Russland-Politik in Europa nun umkippen könnte und europäische Regierungen am Ende Russland entgegen kommen müssten, zum Beispiel in der Ukraine-Krise, hält Ischinger für unberechtigt.

Er ist im Gegenteil der Meinung, dass die Verhandlungen von der Teilnahme Tillersons nur profitieren würden. Dem kommenden US-Außenminister sei man in Moskau vielleicht sogar bereit zuzuhören.

Auch auf HuffPost:

Dieser Artikel war bei Amazon meistverkauft – wegen Donald Trump

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstützen kann.

Der Regenwald in Guatemala ist einer der beeindruckendsten der Welt. Die Tropenwaldstiftung OroVerde e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.

Dafür bietet der Verein vor Ort Schulungen zur Wiederaufforstung an und hilft der Bevölkerung, den Regenwald nachhaltig für sich zu nutzen.

Unterstütze OroVerde jetzt bei ihrer Arbeit und spende dafür auf betterplace.org!

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(mf)