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15/12/2016 03:16 CET | Aktualisiert 16/12/2017 06:12 CET

"Shut In": Naomi Watts im Psycho-Wahn

© Universum Film
Sie verstehen sich gut: Tom (Jacob Tremblay) und Mary (Naomi Watts).

Regisseur Farren Blackburn machte bisher als Serienregisseur ("Doctor Who") von sich reden. Nun traut er sich mit dem Psychothriller "Shut In" erstmals an einen Kinofilm. Dafür vereinte er Hollywoodgrößen wie Naomi Watts ("The Impossible") und Oliver Platt ("X-Men: Erste Entscheidung) mit Newcomer-Stars wie Charlie Heaton ("Stranger Things") und den bereits ausgezeichneten zehnjährigen Jacob Tremblay ("Raum"). Eine gute Besetzung macht aber noch keinen rundum guten Film aus.

Das Kind verschwindet, die Geisterstunde beginnt

In welcher Netflix-Show Naomi Watts als nächstes zu sehen sein wird, erfahren Sie in diesem Clipfish-Video

Mary Portman (Watts) verliert ihren Ehemann bei einem Autounfall. Ihr Stiefsohn Steven (Heaton) überlebt zwar das Unglück, ist aber fortan komplett gelähmt und pflegebedürftig. Gemeinsam leben die beiden abgeschottet auf dem Land in Neuengland. Trotz ihres schweren Schicksals findet Mary Halt in ihrem Beruf als Kinderpsychologin. Besonders der taube Waisenjunge Tom (Tremblay) liegt ihr am Herzen. Um dessen Umzug in ein Waisenhaus zu verhindern, bietet Mary an, ihn bei sich wohnen zu lassen und schöpft damit Hoffnung auf Normalität in ihrem Leben. Doch schon am ersten Abend verschwindet der eigenwillige Junge spurlos.

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Für Mary beginnen Tage und Nächte des Grauens, in denen sie von Schlafproblemen und Paranoia heimgesucht wird. Sie fühlt sich verantwortlich für Tom - ein aufziehender Schneesturm lässt sie in dem Glauben, dass der Junge nicht überleben kann. Durch die Witterung im Haus eingesperrt, hört sie immer wieder Geräusche und es geschehen für sie unerklärliche Dinge. Spukt es etwa? Der Psychologe Dr. Wilson (Platt), dem sie die Vorkommnisse immer wieder per Skype schildert, bleibt sachlich: es gibt keine Geister, sie braucht nur mehr Schlaf. Doch weder Mary noch Dr. Wilson sollen mit ihren Vermutungen Recht behalten...

Gruselige Spannung?

Wer mit "Shut In" einen neuartigen Psychothriller mit noch nie gesehenen Gruselelementen erwartet, wird enttäuscht. Denn der Film bedient sich den üblichen, klischeehaften Begebenheiten: Ein einsames Haus liegt fernab der Zivilisation am Waldrand. Eine Frau sitzt mit ihrem hilflosen Sohn dort fest. Der Strom fällt aus und sie nehmen keine Hilfe an - sonst wäre es ja zu einfach. Natürlich darf der plötzlich aus dem Gehölz springende Waschbär nicht fehlen - das ist aber vorerst auch der einzige Schock-Moment im Film.

Besonders in den ersten beiden Dritteln bleibt die Handlung eintönig und man fragt sich: "Wann passiert denn mal etwas?" Denn neben unerklärlichen Geräuschen, paranoiden Geschehnissen rund um Mary und ihren Stiefsohn und einiger Videogespräche mit Dr. Wilson wünscht man sich nach einer guten Stunde Laufzeit, dass so langsam ein wenig Licht ins Dunkel gebracht wird.

Unverhofft kommt oft?

Übernatürliche, unrealistische Elemente werden vergeblich gesucht. Die Handlung ist durchaus realistisch, sodass der Vorfall auf einer wahren Begebenheit beruhen könnte. Der Streifen ähnelt zwar in vielen Elementen "The Others" oder "Hide and Seek", endet dann aber doch ganz anders.

"Shut In" geht mit Szenen mit literweise Blut und abnormalen Morden sparsam um, belastet dafür aber die Psyche. Besonders das Ende des Psychothrillers - und die Betonung liegt auf Psycho. Die Story des Films ist keineswegs unkreativ und dort, wo im Plot die Spannung fehlt, trägt die Filmmusik ihren Teil bei. Der Streifen bleibt jedoch bis zum unvorhersehbaren Twist am Ende eher unspektakulär.

Dafür punktet das Ensemble. Eine preisgekrönte Schauspielerin wie Naomi Watts holt alles aus ihrer Rolle der psychisch kaputten Witwe heraus - ihre Performance geht unter die Haut. Für die Newcomer Jacob Tremblay und Charlie Heaton ist der Film ein weiterer, erfolgreicher Eintrag in den Lebenslauf. Beide haben nicht gerade einfache Charaktere zu verkörpern und spielen diese mit Bravour.

Fazit

Alle Thriller-Fans, die nach einem realistischen Psychofilm suchen, sind mit "Shut In" gut bedient. Wer aber etwas Neuartiges sehen möchte, sollte den Film lieber meiden. Die Grundidee überzeugt und die drei Hauptdarsteller machen einen fantastischen Job. Doch der gesamte Film verkommt durch die konventionellen Elemente zum unspektakulären Thriller.