POLITIK
15/12/2016 03:06 CET | Aktualisiert 15/12/2016 05:03 CET

"Ein Rachefeldzug": Wegen einer Äußerung Clintons ließ Putin die Demokraten hacken

Laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders NBC soll der russische Präsident Wladimir Putin direkt in Hackerangriffe auf die amerikanischen Demokraten involviert gewesen seien.

Der Sender beruft sich dabei auf die Aussagen von zwei Geheimdienstvertretern. Putins Ziel soll gewesen sein, die Wahlen zugunsten Donald Trumps zu beeinflussen.

Besonders heikel: Trump machte gerade den als russland-freundlich bekannten Chef des Ölunternehmens Rex Tillerson zum Außenminister (eine Einschätzung der Folgen der Personalie seht ihr oben im Video).

Zuerst habe diese Hacker-Kampagne als "Vendetta" gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton begonnen.

Putin wollte "Korruption in den USA" zeigen

Später sei es darum gegangen, "Korruption in den USA zu zeigen", um alliierte Nationen und die Vereinigten Staaten gegeneinander aufzubringen. "Es sei darum gegangen, "bedeutende Alliierte von den USA abzutrennen, indem man das Bild schafft, dass die USA kein glaubwürdiger globaler Anführer mehr seien", berichtet NBC.

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Für Michael McFaul, der von 2012 bis 2014 US-Botschafter in Russland war, sind diese Informationen vertrauenswürdig. Er sagte, Putin würde einen persönlichen Rachefeldzug gegen Hillary Clinton führen.

"Er führt eine Vendetta gegen Hillary Clinton, das ist schon seit langem bekannt. Auslöser waren die Worte Clintons über die Parlamentswahlen in Russland im Jahr 2011. Putin will die amerikanische Demokratie diskreditieren und uns schwächen", sagte McFaul dem Sender.

Clinton sagte 2011, sie habe "ernsthafte Bedenken", was den Rechtmäßigkeit der Wahlen anging, bei der Putins Partei als Sieger hervorging. Sie forderte eine "vollständige Untersuchung".

Putin wollte "Korruption in den USA" zeigen

Wikileaks hatte während des US-Wahlkampfs mehrmals E-Mails von hohen Persönlichkeiten der Demokraten veröffentlicht. Die Daten stammen aus zwei Hackerangriffen: Zum einen von einem Angriff auf das Gmail-Konto Podestas, zum anderen von einem auf das Democratic National Committee. Dabei wurden unter anderem Honorare veröffentlicht, die Hillary Clinton für Reden bei Goldman Sachs und der Deutschen Bank erhielt.

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Der US-Kongress will untersuchen lassen, ob diese Daten von russischen Hackern geliefert wurde. Dazu kündigten zwei Spitzenpolitiker der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus, Mitch McConnell und Paul Ryan, am Montag an, entsprechende CIA-Erkenntnisse genauer zu prüfen.

Dem Auslandsgeheimdienst zufolge, wollten russische Hacker dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl vom 8. November nachhelfen.

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(ben)