POLITIK
15/12/2016 23:29 CET | Aktualisiert 16/12/2016 04:39 CET

Mord in Freiburg: Griechen reagieren auf Vorwürfe

  • Im Mordfall Maria L. wehren sich die griechischen Behörden gegen Vorwürfe aus Deutschland

  • Sie hätte die Fingerabdrücke von Hussein K. allen europäischen Sicherheitsbehörden zugänglich gemacht

  • Innenminister De Maizière hatte den Griechen vorgeworfen, den Gewalttäter nicht zur Fahndung ausgeschrieben zu haben

Der Mordfall Maria L. führt nun zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Griechenland und Deutschland. Nachdem Bundesinnenminister Thomas de Maizière den griechischen Behörden am Donnerstag schwere Vorwürfe gemacht hatte, reagierte nun die griechische Regierung erstmals mit einer offiziellen Erklärung.

Der mutmaßliche Mörder von Maria L. hatte bereits in Griechenland eine Frau fast umgebracht und war deswegen zu einer Haftstrafe verurteil worden, kam aber auf Bewährung frei.

De Maizière warf Griechenland vor, den Mann nach Verstößen gegen Bewährungsauflagen nicht international zur Fahndung ausgeschrieben zu haben.

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Nun wehrt sich die griechische Regierung gegen die Vorwürfe. Das Bürgerschutz- und Justizministerium teilte am Donnerstagabend mit, dass die Fingerabdrücke und die Personalien des mutmaßlichen Täters im europäischen Eurodac-System (Europäische Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken) seit seiner Ankunft in Griechenland im Jahre 2013 eingespeichert gewesen seien.

"Diese Daten waren allen europäischen Sicherheitsbehörden zugänglich", hieß es. Warum die griechische Polizei den jungen Mann nicht auf die internationale, sondern nur auf die nationale Fahndungsliste gesetzt hatte, blieb offen.

Der Mann war nach einer Attacke auf eine junge Frau auf der Insel Korfu zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde aber im Oktober 2015 unter Auflagen freigelassen. Anschließend tauchte er unter und reiste nach Deutschland.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Donnerstag den griechischen Behörden im Freiburger Mordfall um den tatverdächtigen Flüchtling Vorwürfe gemacht. Zentral geht es um die Frage, warum den deutschen Behörden bei der Einreise des mutmaßlichen Afghanen im November 2015 eine griechische Vorstrafe wegen versuchten Mordes nicht aufgefallen ist.

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