POLITIK
15/12/2016 02:08 CET | Aktualisiert 15/12/2016 07:42 CET

Diese Sätze aus dem Armutsbericht waren der Regierung zu heikel

  • Die Bundesregierung hat einige Passagen aus ihrem Armutsbericht streichen lassen

  • In den verschwundenen Textteilen ging es um den mangelnden politischen Einfluss von Personen mit geringerem Einkommen

  • Im Video oben seht ihr, wie sich die Menschen im ärmsten und im reichsten Ort Deutschlands voneinander unterscheiden

Die Bundesregierung hat ihren Armuts- und Reichtumsbericht in einigen Passagen entschärft.

Aussagen, ob Menschen mit mehr Geld einen stärkeren Einfluss auf politische Entscheidungen haben als Einkommensschwache, seien in der überarbeiteten Fassung des Berichts gestrichen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Höheres Einkommen - mehr Einfluss

So fehle zum Beispiel der Satz: "Die Wahrscheinlichkeit für eine Politikveränderung ist wesentlich höher, wenn diese Politikveränderung von einer großen Anzahl von Menschen mit höherem Einkommen unterstützt wird."

Dies gehe aus einem Vergleich der ersten, vom Bundesarbeitsministerium verfassten Version mit der zweiten Version der Regierungsanalyse hervor, bei dem das Kanzleramt und andere Ministerien mitschreiben konnten.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte im März 2015 angekündigt, in dem Bericht erstmals den Einfluss von Eliten und Vermögenden auf politische Entscheidungen untersuchen zu lassen. Ihr Ministerium gab daher eine Studie bei dem Osnabrücker Politikwissenschaftler Armin Schäfer in Auftrag.

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Dessen Erkenntnisse flossen in den Bericht, den das Arbeitsministerium im Oktober vorlegte. So wurde in dieser ersten Fassung noch von einer "Krise der Repräsentation" gewarnt: "Personen mit geringerem Einkommen verzichten auf politische Partizipation, weil sie Erfahrungen machen, dass sich die Politik in ihren Entscheidungen weniger an ihnen orientiert."

Diese Aussagen fehlen nun.

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