POLITIK
14/12/2016 09:48 CET | Aktualisiert 14/12/2016 09:58 CET

So irre ist die Fahrt in die tiefste U-Bahnstation der Welt

Kiew hat eine Touristenattraktion, von der man über der Erde nichts ahnen kann. Wie so viele große Städte der Sowjetunion bekam sie zu Zeiten des Kommunismus ein sehr eindrucksvolles U-Bahnsystem – auf Russisch und Ukrainisch kurz "Metro" genannt.

Manche Bahnhöfe sehen wie kleine Paläste aus. In anderen – zum Beispiel am Hauptbahnhof – finden sich noch bronzene Wandbilder, in denen die Oktoberrevolution verherrlicht wird. Und das, obwohl in der Ukraine eigentlich schon seit Jahren die Stadtbilder "entsowjetisiert" werden.

Das Kiewer Metronetz umfasst mehr als 67 Kilometer Strecke, hat drei Linien und 52 Stationen. Über eine halbe Milliarde Fahrgäste nutzen es jährlich. In Kiew ist es das beliebteste Verkehrsmittel.

Die tiefste U-Bahn-Station der Welt

Und als in den Jahren 2013 und 2014 die Proteste auf dem Maidan ihren Lauf nahmen, hatte der damalige Präsident Viktor Janukowytsch nicht ohne Grund versucht, durch eine Teilsperrung des Streckennetzes die Mobilisierungskräfte der Aktivisten zu hemmen. Bekanntermaßen ohne Erfolg. Denn besonders im Stadtzentrum liegen die Stationen so dicht nebeneinander, dass die Regierung schon das halbe Netz hätte schließen müssen. Und damit wäre das öffentliche Leben in Kiew zusammengebrochen.

Ein ganz besonderer Ort im Streckennetz der Kiewer Metro ist die Haltestelle Arsenalna, die sich unter dem Arsenalplatz befindet, etwa anderthalb Kilometer hinter dem Maidan: Sie liegt auf einer Anhöhe über den Dnipro, und musste deswegen tief unter die Erde gebaut werden. So tief wie keine andere U-Bahnstation der Welt.

Insgesamt müssen Fahrgäste 105,5 Meter abwärts fahren, bis sie am Bahnsteig angekommen sind. Fahrstühle gibt es nicht, daran hatte man in der Sowjetzeit noch nicht gedacht. Und so nehmen Zehntausende jeden Tag die Rolltreppe nach unten.

Und weil die Schächte so tief sind, ergeben sich dabei beim Fahren auf der Rolltreppe recht eindrucksvolle Panoramen. Mittlerweile haben es die imposantesten Schächte sogar schon in Reiseführer geschafft.

In unserem Video kann man sehen, warum.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png