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13/12/2016 14:12 CET | Aktualisiert 13/12/2016 16:36 CET

Trump nominiert Putin-Freund Tillerson als US-Außenminister - das könnte ernsthafte Folgen für Europa haben

  • Donald Trump macht ExxonMobile-Chef Rex Tillerson zum Außenminister

  • Die Entscheidung könnte schwerwiegende Folgen für Europas Sicherheit haben

Erneut fällt der künftige US-Präsident Donald Trump eine kontroverse Personalentscheidung. Nach der Absage seines Favoriten Rudy Giuliani, macht Trump nun den ExxonMobil-Chef Rex Tillerson zum Außenminister.

Die Entscheidung wirft viele Fragen auf. Zum Beispiel, ob Unternehmenschefs die besseren Politiker sind. Genau das will Trump als Präsident beweisen.

Die wichtigste Frage für uns Europäer lautet aber: Wie beeinflusst die Berufung Tillersons das Verhältnis zwischen den USA und Russland?

Erklärter Gegner der Sanktionen gegen Russland

Präsident Putin, so heißt es, schätzt Tillerson. 2013 verlieh ihm der Kreml-Chef gar einen hohen russischen Orden.

ExxonMobil ist seit Jahren im russischen Ölgeschäft tätig - die Sanktionen, die Europa und die USA im Zuge der Krim-Krise gegen Moskau verhängten, sind ihm ein Dorn im Auge.

Sie haben ExxonMobile in den vergangenen Jahren laut Expertenschätzung rund eine Milliarde Dollar Umsatz gekostet. Laut einem Bericht der “New York Times” liegen derzeit Deals mit einem Wert von bis zu 500 Milliarden Dollar wegen den Handelsbeschränkungen auf Eis.

Tillerson selbst hält Aktienanteile in Höhe von 218 Millionen Dollar an ExxonMobile. Kein Wunder, dass sich Tillerson im Jahr 2014 gegen die Sanktionen aussprach.

Putin könnte sich berufen fühlen, den russischen Einfluss weiter auszubauen

Im US-Außenministerium - das ist wahrscheinlich - wird künftig sehr viel russlandfreundlichere Politik als bisher gemacht.

Europa muss deshalb besorgt sein. Denn die Schlagkraft der Saktionenen hängt maßgeblich an den USA. Brechen die Vereinigten Staaten als Partner weg, schmerzen Putin Forderungen aus Europa künftig weniger.

Wenn keine wirtschaftlichen Folgen drohen, könnte Putin sich berufen fühlen, den russischen Einfluss in Europa weiter auszubauen.

Die baltischen Staaten fürchten seit Monaten eine ähnliche Entwicklung wie in der Krim - nämlich Separatisten, die moskauhörige Teilrepubliken ausrufen.

Diese Angst sollte Trump sehr schnell beruhigen - ansonsten müssen sich Europas Staatschefs schleunigst Gedanken machen, wie sie künftig auf Putins Muskelspiele reagieren.

(mf)