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13/12/2016 06:19 CET | Aktualisiert 16/12/2016 12:51 CET

5 Gründe, warum Kinder mit einem starken Willen ein Segen sind

Sie sind die "schwierigen" Kinder. Diejenigen, die ihren Eltern ständig widersprechen. Die Trotzigen, die vermeintlich Unerzogenen.

Kinder mit einem starken Willen machen es ihren Eltern häufig nicht leicht. Doch ihren schlechten Ruf haben sie zu Unrecht. Denn hinter ihrem Verhalten steckt viel mehr als reiner Ungehorsam.

Erwachsene verstehen sie jedoch oft falsch. Im Video oben erklärt Sascha Schmidt, Seminarleiter der unabhängigen Familien-Organisation familylab und Autor des Buches "Wieder Paar sein! Erfüllte Zweisamkeit trotz Kind und Arbeit. Erste Hilfe für berufstätige Eltern", dass starker Wille häufig mit Trotz verwechselt werde:

"Das sogenannte Trotzalter ist eine völlig falsche Bezeichnung. Es geht nicht um Trotz, sondern um Ich-Werdung. Das Kind erlebt in dieser Zeit seine eigene Wirksamkeit." Dazu gehöre auch, dass das Kind seine Unabhängigkeit von den Eltern entdecke und diese einfordere, indem es deutlich macht, was es will und was nicht.

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Wer weiß, was er will und bereit ist, dafür in den Konflikt zu gehen, ist im späteren Leben klar im Vorteil - auch wenn die Eltern es nicht immer leicht hatten.

Hier sind 5 Gründe, warum es ein gutes Zeichen ist, wenn Kinder einen starken Willen haben:

1. Sie verfügen über eine besondere Form der Kreativität

Kinder mit starkem Willen sind nicht bereit, sich ohne Weiteres an die Regeln zu halten. Sie hinterfragen die Dinge und sind dadurch in der Lage, mehr als andere um die Ecke und über den Tellerrand hinaus zu denken. So wachsen sie zu Persönlichkeiten heran, denen es leicht fällt, immer wieder neue Ideen und Lösungswege zu entwickeln.

2. Sie entwickeln sich zu starken Führungspersönlichkeiten

“Kinder mit starkem Willen wollen die Dinge selbst lernen und nicht einfach die Aussagen anderer akzeptieren. Deshalb testen sie die Grenzen immer und immer wieder”, sagte Psychologin Laura Markham von der Columbia University der “Washington Post”.

Das mache sie später zu starken Führungspersönlichkeiten. Tatsächlich haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass ungehorsame Kinder als Erwachse ein höheres Einkommen beziehen als artige.

3. Sie sind leidenschaftlich

Wer bereit ist, immer wieder mit den Menschen in seiner Umgebung in Konflikt zu treten und dabei zumindest kurzzeitig das harmonische Zusammensein aufs Spiel zu setzen, der tut dies aus tiefer Überzeugung und voller Leidenschaft. Sich gegen den Strom zu stellen und gegen Menschen zu wehren, die man liebt, ist nicht einfach und zeugt von Charakterstärke.

4. Sie haben ein hohes Konfliktpotenzial

Kinder, die häufig den Konflikt mit Eltern oder Lehrer gesucht haben, verfügen später über ein hohes Konfliktpotenzial, das sich im Beruf häufig als Vorteil erweist.

Eltern sollten sich daher unbedingt auf Konflikte mit ihren Kindern einlassen:

“Wenn Eltern den Konflikt mit ihren Kindern vermeiden, enthalten sie ihnen etwas vor: Zu lernen, wie man mit Frustrationen umgeht und die Erfahrung, dass das Leben danach weitergeht”, sagte Schmidt der Huffington Post.

Kinder, die den Konflikt suchen, suchen in Wahrheit den Kontakt zu ihren Eltern. Und durch Diskussion und Austausch miteinander können sie wachsen.

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5. Sie haben ein starkes Selbstbewusstsein

Teenager, die häufig mit ihren Eltern argumentieren, können als Erwachsene besser mit Meinungsverschiedenheiten umgehen. Sie sind außerdem weniger anfällig auf Druck von außen. Das haben Wissenschaftler der University of Virginia herausgefunden.

Der Grund dafür ist das starke Selbstbewusstsein, das willensstarke Kinder entwickelt haben: Sie wissen, was sie wollen und sie besitzen genug Selbstliebe, um diese Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen - auch wenn das möglicherweise zu Streit führt.

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(vr)