POLITIK
13/12/2016 16:30 CET

Neuland schlägt zurück: Warum die Debatte um Fake-News in die falsche Richtung geht

  • Politiker warnen seit eines gefälschten Zitats von Renate Künast vor Fake-News

  • Diese könnten gar die Wahl 2017 beeinflussen

  • Ein Land, das man mit billigen Fälschungen destabilisieren kann, hat allerdings ganz andere Probleme als Facebook & Co

Neuland, wie Kanzlerin Merkel das Internet, einmal bezeichnete, wird zur Gefahr für Deutschland. Diesen Eindruck vermitteln Politiker, seit ein gefälschtes Zitat der Grünen-Politikerin Renate Künast die Runde machte.

Den Kommentar könnt ihr auch im Video oben sehen

Sie warnen vor sogenannten Fake-News, also falschen Nachrichten. Sie könnten gar die Wahl im Sinne von Putin beeinflussen, Merkel stürzen, so groß sind die Ängste. Und so groß ist auch der Unfug in dieser Debatte.

Ein Land, das man mit billigen Fälschungen destabilisieren kann, hat ganz andere Probleme als Facebook & Co.

Fake-News lassen sich nicht einfach verbieten

Da reicht es nicht, neue Gesetze und neue Bürokratie zu fordern. Das mag Sicherheitspolitiker beruhigen, wird aber die Macht und Vielzahl von Fake-News nicht eindämmen und ist naiv.

Denn warum soll in der digitalen Welt funktionieren, was in der analogen noch nie geklappt hat? Wisst ihr, wie viele Minderjährige in Deutschland Schnaps kaufen, obwohl es verboten ist? Wisst ihr, wie viel Gras geraucht wird, obwohl es illegal ist?

Was sich in der analogen Welt nicht verbieten lässt, wird auch in der digitalen Welt nicht verschwinden. Kino.to ist immer noch online, obwohl schon seit Jahren versucht wird, die Seite abzuschalten.

Politiker sollten stattdessen die Ursachen angehen.

Viele Deutsche sind im Internet immer noch Analphabeten

Dass sich eine Schwachsinnsmeldung wie jene über Künast tausendfach teilt und für echt befunden wird, sagt viel darüber aus, was viele heutzutage Politikern zutrauen. In den Likes und Shares schwingt immer auch ein saftiges: „Hab ichs doch gewusst!“ mit. Dieser Vertrauens- und Imageverlust ist alarmierend und ist ein Einfallstor für Hetzpropaganda.

Es sagt auch viel über die Medienkompetenz in Deutschland aus. Viele können mit sozialen Medien offenbar nicht umgehen. Sie können eine Zeitung lesen, sind im Internet aber Analphabeten.

Neuland schlägt zurück

Und: Jahrelang hat man es in den Parteizentralen verschlafen, die Bevölkerung über soziale Medien zu erreichen. Dass AfD so viele Follower auf Facebook hat wie CDU und SPD zusammen, ist der Preis.

Neuland schlägt zurück. Wäre das nicht so, wären Fake-News das, was sie eigentlich sind: Einfach nur ein schlechter Scherz.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Sprache verbindet. Daher bietet GermanNow! e.V. kostenlose Deutschkurse für geflüchtete Menschen in Notunterkünften an. Durch Spenden kann die Organisation Unterrichtsmaterialien und Pädagogik-Crashkurse für die ehrenamtlichen Lehrer finanzieren.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(mf)