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13/12/2016 14:18 CET | Aktualisiert 14/12/2017 06:12 CET

Die Elvis-Europa-Tournee: Priscilla Presley will den "King of Rock'n'Roll" zum Leben erwecken

Christopher Ameruoso
Priscilla Presley führt das Erbe von Elvis fort - jetzt mit einer Konzerttour

Elvis Presley ist seit fast 40 Jahren tot. Trotzdem können deutsche Fans für nächstes Jahr wieder Konzertkarten für den King of Rock 'n' Roll kaufen. Wie das geht? Die Tournee "The Wonder of You: Elvis in Concert" erweckt Elvis wieder zum Leben. Was dahinter steckt, hat Priscilla Presley (71) im Interview mit spot on news erklärt und dabei auch ziemlich viel Privates verraten. Von einem legendären Entertainer, der eigentlich ein kleiner Junge war, und Selfies gehasst hätte:

Mrs. Presley, nach dem Album "The Wonder of You" kommt jetzt die große Europa-Tournee. Dabei wird Elvis im Grunde genommen wieder zum Leben erweckt. Wie hat das Publikum bei den bisherigen Konzerten darauf reagiert?

Das Album zur Tour "The Wonder of You: Elvis Presley with the Royal Philharmonic Orchestra" können Sie hier anhören und bestellen

Priscilla Presley: Unglaublich. Wirklich magisch. Es fühlt sich so an, als würde Elvis Presley wirklich auf der Bühne stehen. Allein der visuelle Anblick ist herausragend: Auf der Bühne ist das riesige Orchester zu sehen und darüber werden auf einer Leinwand Aufnahmen von Elvis gezeigt. Er singt die Songs also tatsächlich selbst, begleitet vom Orchester. In Intervallen komme dann ich auf die Bühne.

Sie sind der Star-Gast der Show. Was ist Ihre Aufgabe?

Presley: Ich werde die Show präsentieren und meine Gedanken und Gefühle mit dem Publikum teilen. Außerdem werde ich private Videoaufnahmen zeigen und über einige Songs sprechen.

Es gibt also sogar persönliche Einblicke. War Elvis privat denn ein anderer Mensch als auf der Bühne?

Presley: Oh ja, natürlich. Er konnte sich auf der Bühne ja nicht so benehmen wie zuhause (lacht). Man wird das auch in den Aufnahmen sehen. Er war privat wie ein kleiner Junge, so verspielt. Man wird ihn auch als stolzen Vater sehen, kleine Videos unserer Hochzeit. Ich will die persönliche Seite des Mannes zeigen, der ein so unglaublicher Entertainer war.

War es denn üblich, dass bei Ihnen zu Hause in Graceland die Videokamera lief?

Presley: Nein, überhaupt nicht. Eigentlich mochte Elvis es gar nicht, fotografiert zu werden. Schließlich stand er jedes Mal im Blitzlichtgewitter, wenn er vor die Türe trat. Nichtsdestotrotz hat er mir 1966 eine Videokamera geschenkt und ich und ein paar der Jungs haben angefangen zu filmen. Aber davon hatte er dann bald genug. Es ist wirklich ein Glücksfall, dass es diese Aufnahmen gibt, die ich in der Show zeige. Es war damals auch einfach ganz anders: Kaum jemand hatte eine Kamera. Nicht so wie heute, wo jeder Selfies macht. Elvis hätte das nie gemacht. Ihm war seine Privatsphäre einfach wichtig.

Elvis hätte heutzutage also keinen Facebook- oder Twitter-Account?

Presley: Nein, das hätte er aber auch nicht nötig gehabt (lacht).

Das stimmt. Selbst heute, fast vierzig Jahre nach seinem Tod, sind die Leute ganz verrückt nach ihm. Elvis ist noch extrem präsent, sein Gesicht ziert zum Beispiel Werbekampagnen. Ist es für Sie nicht schwierig, ihn ständig zu sehen?

Presley: Das war viel schwieriger, als ich noch jünger war. Ich war noch ein junges Kind. Ich habe ihn nach unserer Hochzeit bis 1969 nie auftreten sehen. Ich habe zwar gewusst, dass er ein großer Star ist, aber mir war nicht klar wie groß. Als ich ihn dann zum ersten Mal sah, dachte ich mir nur 'Oh mein Gott, so ist das also'. Er war wie ein Tiger, der aus einem Käfig ausbricht. Aber das Schwierigste war, ihn mit der ganzen Welt teilen zu müssen. Mit den Fans, den Fotografen und den Kameras. Es war sehr schwer, sich daran zu gewöhnen.

Wie haben Sie das geschafft?

Presley: Am Anfang gar nicht. Ich habe einfach nicht verstanden, warum junge Mädchen vor Graceland auf ihn gewartet und in ihren Autos übernachtet haben. Diese Mädchen taten mir richtig leid (lacht). Heute verstehe ich das natürlich besser. Heute verstehe ich viele Sachen besser. Auch Dinge, die Elvis mir damals erzählt hat.

Was zum Beispiel?

Presley: Ich habe ihn zum Beispiel gefragt, warum er vor seinen Auftritten immer so nervös sei. Er antwortete, dass es nicht darauf ankommt, wie oft er es schon gemacht hätte, denn das Publikum sei jedes Mal ein anderes. Und das ist so wahr. Ich habe das erst so richtig verstanden, als selbst auf der Bühne stand. Man sollte nie etwas erwarten und niemals zu selbstbewusst werden, denn das Leben kann dir immer einen Streich spielen.

Sie sagten, Elvis sei auf der Bühne wie ein befreiter Tiger gewesen. Werden die Zuschauer von "Elvis in Concert" diese Seite sehen?

Presley: Ja, man wird aber auch seine verspielte, seine sinnliche und auch seine humorvolle Seite sehen. Er machte auf der Bühne gerne Späße, dachte sich zum Beispiel einfach ein paar andere Zeilen zu den Liedern aus und amüsierte sich darüber, dass es keiner bemerkte. Er lachte aber auch viel über sich selbst.

War Elvis auch zu Hause ein Spaßvogel?

Presley: Ja, er hatte einen tollen Sinn für Humor. Zum Teil auch unkonventionell. Wir machten ständig Späße, er liebte Wortspiele und brachte uns alle damit zum Lachen.