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12/12/2016 10:56 CET | Aktualisiert 13/12/2016 02:42 CET

Historische Entscheidung der Opec: Warum Benzin und Diesel bald deutlich teurer wrden

  • Das Ölkartell Opec und andere große Förderstaaten haben eine Kürzung der Ölproduktion beschlossen

  • Die Folge: Die Preise steigen

Es war ein Treffen von historischer Dimension: Die Förderländer der Opec sowie ein Dutzend andere Staaten haben sich darauf geeinigt, deutlich weniger Öl zu produzieren.

Die Folge: Die Ölpreise stiegen Montag auf den höchsten Stand seit Sommer 2015. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zeitweise bis zu 57,89 US-Dollar, während für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bis zu 54,51 Dollar gezahlt wurden. Das waren mehr als fünf Prozent mehr als noch am Freitag.

Was hat das zu bedeuten? Experten beurteilten die Einigung unterschiedlich. Einerseits habe es eine Vereinbarung zwischen derart vielen Opec- und Nicht-Opec-Staaten bisher nicht gegeben. Einige Beobachter sprachen von einem Wendepunkt, der helfen könnte, das Überangebot an Rohöl zu senken.

Andere Fachleute sind skeptischer. "Es ist höchst fraglich, ob die vereinbarten Produktionskürzungen eingehalten werden" sagte Eugen Weinberg, Leiter der Rohstoffanalyse bei der Commerzbank, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "

Beobachter verwiesen ferner auf die amerikanische Ölförderung. Die USA haben ihre Produktion in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Mit dem Ölpreisverfall seit 2014 geriet dieser Prozess zwar ins Stocken. Sollten die Preise zulegen, würde die amerikanische Förderung rentabler. Die Aussicht auf eine höhere US-Ölförderung spreche gegen nachhaltig steigende Ölpreise, sagte Weinberg.

Ob sich der historische Schulterschluss der Opec-Allianz auf die Benzinpreise auswirkt, ist noch unklar - denkbar ist es auf jeden Fall. "An den Zapfsäulen bedeutet der heutige Schritt mittelfristig nur einige Cent mehr", zitiert die Deutsche Presse Agentur einen Experten des Forschungsunternehmens JBC. Wie hoch die Preissteigerungen aussehen werden, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

(Mit Material von dpa)