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12/12/2016 08:48 CET | Aktualisiert 12/12/2016 09:32 CET

Joschka Fischer prophezeit "das Ende des Westens"

Es sind aufrüttelnde Worte, die der Grünen-Politiker und ehemalige Außenminister Joschka Fischer in einer Kolumne für die "Süddeutsche Zeitung" verwendet. Er prophezeit darin "das Ende des Westens" wie wir ihn kennen.

Und der größte Beweis dafür sei die Wahl des Unternehmers Donald Trump zum US-Präsidenten, schreibt Fischer.

"Die Vereinigten Staaten werden zwar die mit weitem Abstand mächtigste globale Macht bleiben, aber nicht mehr der Sicherheitsgarant des Westens", erklärt der ehemalige Außenminister.

Wenn sich die USA aus der Rolle der Weltpolizei verabschieden, dann könne Europa nicht in die Fußstapfen treten. Dazu sei es zu schwach. Wen Fischer als die nächste Weltmacht sieht, erfahrt ihr im Video.

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Hintergrund zum aktuellen Streit zwischen der USA und China

Donald Trump hat China provoziert, indem er die Ein-China-Politik der USA in Frage stellte. Die kommunistische Führung in China betrachtet Taiwan als untrennbaren Teil der Volksrepublik und droht mit einer gewaltsamen Wiedervereinigung.

Das ist aber nicht der einzige schwelende Konflikt der beiden Großmächte:

1. Süd- und Ostchinesisches Meer: China beansprucht große Seegebiete mit bedeutenden Fischgründen, Rohstoffvorkommen und Schifffahrtsstraßen. Es baut Militäranlagen auf Inseln und Riffen. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies im Juli die Gebietsansprüche zurück. China ignoriert das Urteil. US-Marineschiffe zeigen Flagge.

2. Strategie: China wirft den USA vor, die aufstrebende asiatische Macht eindämmen und klein halten zu wollen. Der «Schwenk» unter Präsident Barack Obama in die asiatisch-pazifische Region wird als Teil dieser Strategie gesehen. Die Rivalität wächst.

3. Nordkorea: Die USA wollen, dass China mehr Druck auf Nordkorea ausübt, sein Atomwaffenprogramm zu beenden. Peking trägt zwar Sanktionen mit, aber argumentiert, dass sein Einfluss auf Pjöngjang nur begrenzt sei. Es fürchtet einen Kollaps des Regimes und eine koreanische Wiedervereinigung mit US-Truppen an seiner Grenze.

4. Handel: Die Amerikaner wie die Europäer als die beiden größten Handelspartner kritisieren mangelnden Marktzugang und Diskriminierung ihrer Unternehmen in China. Auch wird ein großes Handelsdefizit beklagt. Der neu gewählte US-Präsident Donald Trump wirft China vor, Jobs in den USA «zu stehlen» und US-Produkte mit Zöllen zu belegen.

5. Währung: Trump beschuldigt China auch, seine Währung zu manipulieren, um seine Exporte billiger zu machen. Es stimmt zwar, dass China trotz aller Liberalisierung den Kurs des chinesischen Yuan weiter lenkt. Doch Peking versucht genau das Gegenteil - nämlich den Kurs nach oben zu treiben, um die Kapitalflucht in den Griff zu bekommen.

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