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11/12/2016 05:39 CET | Aktualisiert 11/12/2016 05:45 CET

NSA-Geheimakten: Diese unangenehme Frage muss sich Putin jetzt von deutschen Behörden gefallen lassen

Veröffentlichung von Geheimakten: Diese unangenehme Frage muss sich Putin jetzt von deutschen Behörden gefallen lassen
Sergei Karpukhin / Reuters
Veröffentlichung von Geheimakten: Diese unangenehme Frage muss sich Putin jetzt von deutschen Behörden gefallen lassen

  • Vor zwei Wochen veröffentlichte Wikileaks Geheimakten des NSA-Untersuchungsausschusses des Bundestags

  • Es soll Hinweise darauf geben, dass die Akten aus einem Cyber-Angriff stammen, für den Russland verantwortlich gemacht wird

  • Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", die sich auf Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen bezieht

Wie kam es dazu, dass Wikileaks 2400 geheime Akten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags veröffentlichen konnte? Wie die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" berichtet, könnten deutsche Sicherheitsbehörden nun eine Antwort auf diese Frage gefunden haben.

Nach Einschätzung aus deutschen Sicherheitskreisen liegt die Vermutung sehr nahe, dass Russland hinter dem Leak steckt. "Es gibt eine hohe Plausibilität, dass die Akten aus dem Cyber-Angriff Russlands auf den Bundestag im Frühjahr 2015 stammen", sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S).

Wie schon bei dem Cyber-Angriff auf den Bundestag selbst, muss sich Putin also auch im Fall des neuen Datenleaks die Frage gefallen lassen, ob und inwiefern die russische Regierung beteiligt ist.

Akten stammen vom Server der Bundestagsverwaltung

Die Akten waren vor zwei Wochen auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht worden. Sie stammen aus der Zeit zwischen dem Frühjahr 2014 und dem Januar 2015. Dabei handelt es sich um Akten, die auf einem Server der Bundestagsverwaltung abgespeichert und für die Abgeordneten des Ausschusses zugänglich waren.

Die Tatsache, dass keine anderen Akten und insbesondere keine aus dem Zeitraum nach dem Januar 2015 veröffentlicht wurden, spricht nach Ansicht der Sicherheitskreise dafür, dass die Unterlagen aus dem Cyber-Angriff auf den Bundestag im Frühjahr 2015 stammen, für den Russland verantwortlich gemacht wird.

Keine Akten aus der Zeit nach dem Cyber-Angriff veröffentlicht

Obwohl bis heute weiter Akten aus dem Kanzleramt, dem Bundesnachrichtendienst und dem Bundesamt für Verfassungsschutz an den Ausschuss geliefert werden, sei keine Akte, die nach dem Januar 2015 digitalisiert wurde, über Wikileaks veröffentlicht worden. Es sei daher unwahrscheinlich, dass die Akten aus einem Abgeordnetenbüro im Bundestag weitergegeben wurden. Denn dann wäre versucht worden, auch möglichst "frische" Akten zu veröffentlichen, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Der NSA-Ausschuss untersucht die Affäre um die massenhafte Datenüberwachung des amerikanischen Geheimdienstes NSA und in diesem Zusammenhang die Rolle des BND.

Die Veröffentlichung der Akten des NSA-Ausschusses ist nach Ansicht der Sicherheitskreise ein Parallelfall zum Hackerangriff auf die Server der Demokratischen Partei in den Vereinigten Staaten. Für diesen machen die amerikanischen, aber auch die deutschen Nachrichtendienste Russland verantwortlich.

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(vr)