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11/12/2016 04:03 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Das sagte ein Gefängnisleiter, als Uli Hoeneß aus der Haft entlassen wurde

Uli Hoeneß kam Anfang dieses Jahres aus dem Gefängnis und ist mittlerweile schon zum zweiten Mal zum Präsidenten des FC Bayern München gewählt worden. Hoeneß kann sich nach seiner Haft aber nicht nur über die Unterstützung seines Vereins freuen. Auch an einem ungewöhnlichen Ort scheint er sich einen Fanclub aufgebaut haben.

Im Interview mit der "Bild" verriet Hoeneß, was ein Gefängnisleiter zu ihm sagte, als er aus der Haft entlassen wurde: "Jemand aus der Gefängnisleitung hat mir am Schluss gesagt: 'Sie werden der erste Gefangene sein, der hier rausgeht und einen Fanclub bei den Beamten und bei den Mitgefangenen hat.' Das war ein großes Kompliment", so Hoeneß.

Hoeneß: "Ich hatte eine klare Perspektive"

Hoeneß war am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Anfang 2016 wurde die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt.

Der Umgang mit anderen Häftlingen habe ihn "noch mal mehr sensibilisiert", verriet Hoeneß weiter. "Dass viele Jungs im Gefängnis überhaupt keine Perspektive haben. Ich hatte eine klare Perspektive und habe eine Familie."

Er habe sich in der Haft nicht persönlich verändert, sagt der 64-Jährige, "aber ich habe das viel intensiver gelebt", da es keine Ablenkung gebe: "Ich habe Tag und Nacht darüber nachgedacht, wie ich die Zeit sinnvoll gestalten kann. Sinnvoll gestalten heißt: anderen helfen", so der Präsident des FC Bayern München.

Erleichtert nach der Wahl

Hoeneß spürt nach seiner erneuten Wahl zum Präsidenten des FC Bayern München "eine große Erleichterung", wie er "Bild" sagte. Er sei "total happy" gewesen, "nicht nur über das Wahlergebnis, sondern auch über die Art und Weise, wie die Leute gejubelt und mich wieder aufgenommen haben in die Bayern-Familie."

Wichtig sei es ihm, als Präsident "die Belange der Fans zu berücksichtigen". Er lese jeden Brief von jedem Fan, sagt Hoeneß. Wenn er mit Fans spreche, habe er das Gefühl, "dass ich in diesem Bereich vieles richtig gemacht habe im Leben", so Hoeneß.

"Ich bin ja auch in dieser schwierigen Zeit unglaublich getragen worden von den Leuten. Bei den 5.500 Briefen, die ich während der Haftzeit bekommen habe, waren vielleicht fünf schlechte." Selbst geschrieben habe er in der Haft nicht: "Ich bin eher einer, der nachgedacht hat. Ich bin oft stundenlang auf meinem Bett gelegen und habe nachgedacht. Oder ein Buch gelesen. Zum Beispiel die Biografie von Steve Jobs."

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(vr)