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10/12/2016 10:00 CET | Aktualisiert 10/12/2016 14:35 CET

Mitten in New York fanden Bauarbeiter einen antiken römischen Grabstein - jetzt lösten Forscher das Rätsel

Das Römische Reich hatte eine beachtliche Größe, keine Frage. So ist es kein Wunder, dass man rund um das Mittelmeer, von Frankreich über die Türkei bis nach Ägypten, Ruinen aus der Antike findet.

Doch dass Bauarbeiter in Westchester County, im US-Bundesstaat New York, einen Block mit lateinischer Inschrift entdecken, ist dann doch eher ungewöhnlich.

Wie das Internetportal "Science Alert“ berichtet, stießen die Arbeiter auf das 450 Kilogramm schwere Artefakt, als sie eine Luxus-Villa errichteten.

Sie kontaktierten das Metropolitan Museum of Art in New York, woraufhin Archäologen das Objekt näher untersuchten. Laut den Forschern soll es sich dabei um einen Grabstein aus dem Jahr 54 handeln, der für einen gewissen Tiberius Claudius Saturninus errichtet wurde – einen Steuereintreiber.

In dem Block war ursprünglich ein Behälter mit seiner Asche, berichtet der lokale TV-Sender Fox5.

Von Rom über den Atlantik nach New York

Klar ist: Saturninus wurde nicht in New York begraben. Die Erklärung, wie sein Grabstein über den Atlantik mitten in eine Häusersiedlung in Westchester County kam, ist ziemlich überraschend.

Diese Umgebung in der Nähe von New York ist für ihre prächtigen Villen bekannt, in denen US-Multimillionäre wie die Familie Rockefeller, die Astors oder die Morgans residierten.

Auch ein gewisser Josiah Macy, der für John Rockefeller als Partner im Ölgeschäft tätig war, lebte im 19. Jahrhundert dort. 20 Jahre nach seinem Tod soll seine Witwe den Grabstein gekauft und von der Villa Borghese in Rom nach Westchester transportiert haben, wo die Familie im so genannten "Graystone Castle“ wohnte.

Der Grabstein blieb in Besitz der Familie, bis ein Feuer im Jahr 1976 die Residenz vollkommen zerstörte. Der Schutt wurde begraben – und mit ihm auch der an sich noch ziemlich gut erhaltene römische Grabstein. In den letzten 40 Jahren geriet das Artefakt in Vergessenheit.

Bis zum letzten Jahr, als die Bauarbeiter schließlich auf den Grabstein stießen. Seit kurzem kann man ihn im Museum of Art in the Greek and Roman Galleries bestaunen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post Frankreich und wurde von Valentina Resetarits übersetzt.

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(lp)