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10/12/2016 15:56 CET | Aktualisiert 11/12/2016 03:56 CET

Das Zentrum von Istanbul wird von mehreren Explosionen erschüttert

Police arrive at the site of an explosion in central Istanbul, Turkey, December 10, 2016. REUTERS/Murad Sezer     TPX IMAGES OF THE DAY
Murad Sezer / Reuters
Police arrive at the site of an explosion in central Istanbul, Turkey, December 10, 2016. REUTERS/Murad Sezer TPX IMAGES OF THE DAY

Das Stadtzentrum von Istanbul wurde am Samstagabend von zwei Detonationen erschüttert.

Bei einem Anschlag vor dem Beşiktaş-Fußballstadion sind laut dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu 20 Menschen verletzt worden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete von 13 Menschen, die bei dem Anschlag getötet worden.

Soylu ging am Samstagabend nach Angaben des TV-Senders "CNN Türk" von einem Autobombenanschlag auf die Sondereinsatzpolizei aus.

Eine zweite Explosion ereignete sich in der Nähe des Macka-Parks, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fußballstadion befindet. Auch dort seien Menschen verletzt worden, erklärte der türkischen Innenminister laut der regierungsnahen Zeitung "Daily Sabah".

Er sagte auch, dass diese Detonation von einem Selbstmordattentäter ausgelöst worden sein könnte. Soylu zufolge habe es insgesamt mindestens 40 Verletzte gegeben.

Etwa anderthalb Stunden vor der Explosionen endete das Fußballspiel zwischen den Erstligisten Beşiktaş und Bursaspor. Die Zuschauer hatten sich schon auf den Heimweg gemacht. Allerdings waren noch viele Polizisten in der Gegend. Sie hatten das Station noch abgesichert. Wie Bursaspor auf Twitter mitteilte, wüsste keiner seiner Fangruppen von verletzten Fußballfans.

Ein Reporter sagte "CNN Türk", an diesem Samstagabend seien besonders viele Polizisten zur Absicherung des Spiels im Einsatz gewesen, weil es in der Vergangenheit Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppen gegeben hatte. Die Fans von Bursaspor seien wegen einer Strafe überhaupt das erste Mal seit Jahren wieder zu einem Beşiktaş-Spiel zugelassen worden.

Auf Fernsehbildern waren Rettungswagen zu sehen, die zur Unfallstelle rasten. Mehrere zerstörte Autos wurden gezeigt, darunter ein Minibus. Die Explosionen waren mehrere Kilometer weit zu hören.

Ebenso sollen Schüsse gefallen sein. Diese sind auf diesem Video deutlich zu hören:

Woher jedoch die Schüsse kamen, blieb zunächst unklar. Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre, öffentliche Verlautbarungen sind davon ausgeschlossen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus vermutet die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Doppelanschlag. Dass bei dem Bombenanschlag ein Fahrzeug verwendet wurde, deute auf die PKK hin, sagte Kurtulmus laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Es seien zwischen 300 und 400 Kilogramm Sprengstoff verwendet worden.

Beşiktaş ist ein beliebtes Ausgehviertel, insbesondere am Wochenende.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder deren Splittergruppe TAK verüben immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte. Die türkische Regierung macht aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für zahlreiche Attentate im Land verantwortlich.

(Mit Material der dpa)

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