LIFE
09/12/2016 12:21 CET | Aktualisiert 09/12/2016 12:26 CET

Wie ihr eurem Kind sagt, dass es keinen Weihnachtsmann gibt - ohne es zu verletzen

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Es ist die vielleicht schönste Lüge, die Eltern ihren Kindern erzählen: Die Geschichte vom Weihnachtsmann (oder dem Christkind), der am Nordpol lebt und an Heiligabend die Geschenke bringt.

Trotzdem bleibt es eine Lüge. Und je älter das Kind wird, je näher rückt auch der Moment, in dem die Eltern zugeben müssen, dass sie alles nur erfunden haben.

Eine Mutter aus den USA hat einen Weg gefunden, dies zu tun, ohne das Kind dabei zu verletzen. Ihre wirklich schöne Idee hat eine andere Mutter auf Facebook geteilt:

"Das ist bei Weitem die beste Idee, die ich gesehen habe, um einem Kind die Wahrheit über den Weihnachtsmann zu sagen. Ich musste sie teilen!

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“In unserer Familie gibt es einen besonderen Weg, wie Kinder die Wahrheit über den Weihnachtsmann erfahren - und zwar, indem sie selbst zu einem werden. Auf diese Weise ist die Geschichte von Santa Claus keine Lüge, die aufgedeckt wird, sondern die Offenlegung einer Reihe guter Taten und Weihnachtsstimmung.

Wenn sie sechs oder sieben Jahre alt sind, sobald sie zu ahnen beginnen, dass der Weihnachtsmann nicht wirklich existiert, ist es an der Zeit.

Ich gehe mit ihnen “etwas trinken”, in irgendeinem Lokal. Wir setzen uns an einen Tisch, bestellen unsere Getränke und die folgende Ankündigung wird gemacht:

"Du bist jetzt bereit, ein Weihnachtsmann zu werden"

‘Du bist dieses Jahr wirklich groß geworden. Du bist aber nicht nur größer geworden, ich kann auch sehen, dass dein Herz gewachsen ist. (Hier zähle ich zwei oder drei Beispiele von empathischem Verhalten, Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer Menschen und guter Taten auf, die das Kind im vergangenen Jahr vollbracht hat). Tatsächlich ist dein Herz so sehr gewachsen, dass ich glaube, du bist jetzt bereit, ein Weihnachtsmann zu werden.

Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass die meisten Weihnachtsmänner, die du siehst, Menschen sind, die sich wie er verkleidet haben. Vielleicht haben einige deiner Freunde dir sogar erzählt, dass es gar keinen Weihnachtsmann gibt. Viele Kinder glauben das, weil sie noch nicht bereit sind, selbst ein Weihnachtsmann zu werden. Aber DU bist es.

Überleg mal: Was bekommt der Weihnachtsmann für all seine Arbeit? (Ich führe das Kind von ‘Keksen’ zu dem guten Gefühl, etwas für jemand anderen getan zu haben.) Also, jetzt bist du bereit, deinen ersten Job als Weihnachtsmann zu erledigen!’

Ich stelle dabei die ganze Zeit sicher, die richtige, geheimnisvolle Stimmlage zu treffen.

Mein Sohn machte eine besondere Erfahrung

Dann fordere ich das Kind auf, jemanden auszuwählen, den es kennt - meist einen Nachbarn. Die Aufgabe des Kindes besteht darin, heimlich in Erfahrung zu bringen, was diese Person brauchen könnte, es zu besorgen, einzupacken und auszuliefern - ohne je zu verraten, woher das Geschenk gekommen ist. Ein Weihnachtsmann zu sein heißt schließlich nicht, fürs Beschenken gelobt zu werden. Es geht um die selbstlose Tat.

Mein ältester Sohn wählte damals die alte “Hexen-Frau” aus, die an der Straßenecke lebte. Sie war wirklich furchtbar - hatte einen Zaun um ihr Grundstück gezogen und erlaubte den Kindern nicht, ihre Bälle oder Frisbees aus dem Garten zu holen, wenn sie versehentlich dort gelandet waren. Sie schrie die Kinder regelmäßig an, dass sie leiser spielen sollten, usw. Eine echte Schreckschraube.

Meinem Sohn war aufgefallen, dass sie jeden Morgen barfuß das Haus verließ, um die Zeitung zu holen. Also beschloss er, dass sie Hausschuhe brauchte. Er musste sie nun also genau beobachten, um herauszufinden, welche Größe sie brauchte. Er versteckte sich an einem Samstag in den Büschen vor ihrem Haus und entschied, dass Größe M ihr passen würde.

Wir fuhren zu Kmart und kauften warme Hausschuhe. Er packte sie ein und schrieb “Frohe Weihnachten, vom Weihnachtsmann” darauf. Eines Abends nach dem Abendessen lief er zu ihrem Haus und schob das Päckchen unter dem Zufahrtstor hindurch.

Am nächsten Morgen beobachtete er, wie sie aus dem Haus kam, um die Zeitung zu holen, das Päckchen fand und mit ins Haus nahm. Mein Sohn war aufgeregt und konnte kaum erwarten zu sehen, was als nächstes passieren würde.

Am nächsten Morgen, als wir an ihrem Haus vorbei kamen, sahen wir sie. Sie kam aus dem Haus, um die Zeitung zu holen - und sie trug die Hausschuhe. Mein Sohn war verzückt. Ich musste ihn daran erinnern, dass NIEMAND je erfahren durfte, was er getan hatte - sonst wäre er kein Weihnachtsmann.

Man muss die Kinder in das Geheimnis einweihen - dann ist es keine Lüge

In den nächsten Jahren wählte er verschiedene Menschen aus und fand immer ein Geschenk, das perfekt für sie war. In einem Jahr polierte er sein Fahrrad, montierte einen neuen Sattel darauf und schenkte es der Tochter einer unserer Freunde. Diese Menschen waren und sind sehr arm. Wir haben ihren Vater vorher gefragt, ob er einverstanden ist.

Der Ausdruck in ihrem Gesicht, als sie das Fahrrad mit der großen Schleife auf dem Gehweg stehen sah, war fast so gut wie der Ausdruck im Gesicht meines Sohnes.

Als mein zweiter Sohn bereit war, die Geschichte zu hören, half mein erster Sohn mir bei der Einführungsrede. Sie sind beide sehr gut im Beschenken und hatten nie das Gefühl, angelogen zu werden, weil man sie stattdessen in das Geheimnis eingeweiht hatte.”