POLITIK
09/12/2016 12:49 CET | Aktualisiert 09/12/2016 13:54 CET

Rennen um die Kanzlerkandidatur: Warum die Umfragewerte von Schulz täuschen

dpa

  • Laut einer Umfrage liegen Schulz und Merkel in der Gunst der Deutschen gleichauf

  • Daraus Chancen für die Wahl 2017 abzuleiten, hält der Politik-Experte Oskar Niedermayer allerdings für zu früh

Sigmar Gabriel oder Martin Schulz: Die Sozialdemokraten debattieren über ihren Kandidaten für die Bundestagswahl.

Dabei scheint die Entscheidung sonnenklar, wenn man den jüngsten Umfragen glaubt. Schulz hat darin kräftig an Beliebtheit zugelegt. Im ARD-Deutschlandtrend liegt er in der Kanzlerfrage gleichauf mit Merkel.

Ist Schulz also der besserer Kanzlerkandidat? Nein, sagt der Politik-Experte Oskar Niedermayer, Professor für Politische Soziologie an der FU Berlin.

"Viele wissen nicht, wo Schulz steht"

„Schulz mag in den Umfragen populär sein", sagt er im Gespräch mit der Huffington Post. Gegenüber Gabriel wirke er frisch und unverbraucht. Zudem hatte er eine große Medienaufmerksamkeit: Für seine Arbeit als EU-Parlamentspräsident wurde er überwiegend positiv von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

"Allerdings halte ich es für viel zu früh, daraus seine Chancen für die Wahl 2017 abzuleiten", sagt Niedermayer. Denn viele kennen Schulz schlicht und einfach nicht.

"Sogar viele in der SPD wüssten nicht, wo Schulz innenpolitisch steht und ob er mit seinen Positionen das Wahlprogramm glaubwürdig vertreten kann", sagt Niedermayer. Und weiter: "Sein Politikstil ist den meisten Deutschen völlig unbekannt. Und bislang musste sich Schulz noch nicht in die Niederungen der Innen- und Parteipolitik begeben."

Zuverlässig seien die Umfragewerte erst drei Monate nach einer möglichen Nominierung. Und bis dahin müssen sich die Deutschen noch etwas gedulden - sie haben noch genug Zeit, Schulz von allen Seiten kennenzulernen.

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