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09/12/2016 05:58 CET | Aktualisiert 12/12/2016 05:24 CET

Diese simple Formel erklärt, warum gute Mitarbeiter kündigen - und die wenigsten Chefs kennen sie

Es gibt unterschiedlichste Gründe, warum gute Mitarbeiter kündigen. Doch schlechte Bezahlung, unzumutbare Arbeitszeiten oder ein miserabler Umgangston sind nicht immer dafür verantwortlich.

Der Grund dafür könnte eine Formel aus dem frühen 20. Jahrhundert sein: das sogenannte Yerkes-Dodson-Gesetz. (mehr dazu im Video oben)

Das Yerkes-Dodson-Gesetz wurde von den Wissenschaftlern Robert Yerkes und John D. Dodson im Jahr 1908 veröffentlicht. Veranschaulicht wird das Modell durch ein auf dem Kopf stehendes U.

Das Gesetz besagt: Die Höhe der "emotionalen Aktiviertheit, bestimmt den Leistungsverlauf". Bei Unterforderung bleibt der Mensch in seinen Fähigkeiten zurück.

Wird der Mitarbeiter unterfordert, geht die Lust an der Arbeit verloren

Einfacher gesagt: Ist man mit der auferlegten Arbeit unterfordert, sinkt das Leistungsniveau. Wird die Leistung des Mitarbeiters nicht stimuliert beziehungsweise wird er nicht in einem zustehenden Maß gefordert, geht schnell die Lust an der Arbeit verloren. Der Leistungsverlauf sackt ab, die Motivation sinkt.

Im schlimmsten Fall ist das Resultat vollkommene Gleichgültigkeit, was letztlich nicht nur zu schlechteren Arbeitsergebnissen, sondern am Ende zu Kündigung führen kann.

Wer sich nicht mit der Genügsamkeit und Stagnation anfreundet, wechselt schnell den Job. Auch dann, wenn das Arbeits-Umfeld und/oder die Bezahlung eigentlich keinen Grund zur Kündigung geben.

Der Leistungsverlauf ist bei jedem Menschen veränderlich. Durch ein gesundes Maß an psychischer und emotionaler Stimulanz kann die Motivation eines Mitarbeiters massiv in die Höhe schnellen – gar Spitzenwerte erreichen. Das Gesetz besagt: Je höher das Erregungsniveau, desto höher die Produktivität / Effektivität (des Angestellten).

Wird der Mitarbeiter unterfordert, geht die Lust an der Arbeit verloren

Weltweite Forschungen des Marktforschungsinstituts Gallup haben gezeigt, dass nur 20 Prozent der Arbeitnehmer den Eindruck haben, ihre besten Fähigkeiten und Qualitäten tagtäglich bei ihrer Arbeit einzubringen.

Auf diesem Auge sind jedoch die meisten Chefs blind. Solange "der Laden läuft", sehen viele auch keinen Grund zur Veränderung.

Interessant hierzu: Einer Studie des Job-Portals "Stepstone" zufolge, bei der mehr als 14.800 Unternehmen und Arbeitnehmer in sieben europäischen Ländern befragt wurden, zeigte auf: "Arbeitgeber neigen dazu, das Glück ihrer Arbeitnehmer zu überschätzen. Defizite werden oft nicht erkannt und dem zufolge werden auch keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen."

Mehr zum Thema: Diese zwei Dinge halten gute Mitarbeiter davon ab zu kündigen

Was viele Chefs nicht sehen wollen: Der produktive Wert eines Mitarbeiters hängt nicht von der Dauer des Angestelltenverhältnisses ab. Es ist tatsächlich statistisch erwiesen, dass langjährige Mitarbeiter weniger effektiv arbeiten, als Neueingestellte. Sie resignieren und reagieren nur noch auf Arbeitsanweisungen. Auch diese Problematik zeigt das Yerkes-Dodson-Gesetz auf.

Ein unmotivierter Angestellter macht nur noch, wofür er bezahlt wird

Chefs und Führungskräfte sollten sich das Yerkes-Dodson-Gesetz verinnerlichen. Sie müssen wissen, was ihre Mitarbeiter wirklich antreibt. Sowohl auf persönlicher, als auch auf beruflicher Ebene.

Sie müssen sich im Klaren darüber sein, was sich ihre Mitarbeiter von ihrer Arbeit und ihrem Engagement versprechen. Ignorieren sie diese Aspekte, kommt es zum beschriebenen Abfall der Leistung. Ein unterforderter und demotivierter Angestellter macht nur noch den Job, für den er bezahlt wird. Oder er kündigt.

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(lk)