LIFE
08/12/2016 15:10 CET | Aktualisiert 08/12/2016 15:11 CET

Ein Verhaltensökonom erklärt: Darum sind wir so oft unglücklich verliebt

Es fällt uns offenbar immer schwerer, uns zu verlieben und verliebt zu bleiben. Die Scheidungsraten sind hoch und Deutschland hat so viele Single-Haushalte wie nie zuvor.

Wir sind unglücklich verliebt. Unser Partner ist uns nicht gut genug. Wir suchen auf Dating-Apps immer weiter nach der potentiellen nächsten großen Liebe. Soziologen sprechen von einer Ökonomisierung der Romantik, also darüber, dass Beziehungen unter wirtschaftlichen Aspekten bewertet werden.

Das zeigt schon die Sprache: Ein Promipärchen trennt sich - und die Schlagzeile lautet: "Brad Pitt ist wieder auf dem Markt". Und die Menschen, die sich auf Datingportalen präsentieren, haben einen "Marktwert" - sie werden also dahingehend bewertet, wie gut aussehend, erfolgreich und intelligent sie sind.

Verhaltensökonom Dan Ariely erklärt, warum wir uns in Beziehungen unglücklich fühlen

Auch Wirtschaftswissenschaftler haben diese Entwicklung beobachtet. Dan Ariely, Professor für Psychologie und Verhaltensökonomik an der amerikanischen Duke University, erklärt, warum wir uns in Beziehungen so schnell unglücklich fühlen und enttäuscht sind. (siehe Video oben)

In einem Video, das von den Designern von White Animation illustriert wurde, erklärt Ariely, dass er in Chefetagen wie in Beziehungen ein ähnliches Verhalten beobachten konnte.

Seine Theorie: Wenn Unternehmen neue Führungskräfte brauchen, versuchen sie meist, die Stelle außerhalb der Firma zu besetzen. Ein Fehler, denn: Führungskräfte, die von außerhalb angeworben werden, schneiden meist schlechter ab als die Führungskräfte, die intern aufgestiegen sind.

Allerdings wirken die Führungskräfte von außerhalb meist anziehender und überzeugender, weil man in dem Unternehmen ihre Schwächen nicht kennt. Ariely erklärt: "Wenn du jemanden siehst, den du nicht gut kennst, dann fallen dir seine kleinen Schwächen nicht auf und du denkst einfach, dass diese Person besser arbeitet. Erst wenn du sie um dich hast, fallen dir diese ganzen Details auf. Also stell dir vor, dass Menschen aus der Entfernung immer großartiger erscheinen als sie eigentlich sind."

"Eine Beziehung wird nur dann besser, wenn man in sie investiert"

Dieses Prinzip überträgt Ariely auf Beziehungen: Menschen die vielleicht gerade etwas unzufrieden seien, würden sich fragen: "Soll ich mit diesem Menschen den Rest meines Lebens verbringen?"

Sie werfen einen Blick auf ihr Smartphone und sehen in den sozialen Medien eine schier unendliche Anzahl an potentiellen Partnern, die scheinbar besser passen - und vergessen, dass die meisten sich dort von ihrer besten Seite präsentieren. Deshalb würden sich viele Menschen mit dem Gedanken beschäftigen, dass es irgendwo da draußen einen besseren Partner für sie gibt.

Ariely veranschaulicht das Problem mit einer Metapher: Wir haben ein Apartment zur Miete und müssen uns jeden Tag neu entscheiden, ob wir das Apartment behalten wollen - und auch unser Vermieter kann jeden Tag neu entscheiden, ob er uns kündigt oder nicht.

Ariely fragt: Wie viel werden wir in dieses Apartment investieren? Würden wir versuchen, etwas zu reparieren, wenn es kaputt geht? Oder blicken wir uns dann ständig nach besseren Alternativen um?

Der Verhaltensökonom sagt: "Wenn wir in einer Beziehung sind, aber ständig über das nachdenken, was uns entgeht, dann ist das keine gute Voraussetzung dafür, dass in die Partnerschaft investiert wird. Es ist ein Nullsummenspiel. Eine Beziehung wird nur dann besser, wenn man in sie investiert."

Das Video wurde von White Animation illustriert. Auf der Webseite von White Animation könnt ihr noch mehr inspirierende Videos finden.

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Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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(lk)