POLITIK
08/12/2016 02:32 CET | Aktualisiert 08/12/2016 02:37 CET

"Nicht zu berichten, war falsch'": Bosbach kritisiert "Tagesschau" im Fall Maria L.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach
ullstein bild via Getty Images
Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach

  • Der Fall Maria L. bewegt Deutschland

  • Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisiert die Haltung der "Tagesschau" in dem Fall

  • Nicht zu berichten, sei Wasser auf die Mühlen der Medienkritiker

Seit Tagen diskutiert Deutschland über den Fall Maria L. Die Freiburger Studentin war vergewaltigt und dann wohl ertränkt worden. Tatverdächtig ist ein jungen afghanischer Flüchtling.

Der Fall hat auch eine Mediendebatte ausgelöst. Die "Tagesschau" hatte am Samstag entschieden, nicht über den Ermittlungserfolg bei der Fahndung zu berichten. Die Macher der Nachrichtensendung wurden daraufhin heftig kritisiert.

Herkunft der Täter sollte genannt werden, sagt Bosbach

Auch der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hält nichts davon, die Herkunft eines Täters in einem solchen Fall zu verschweigen. In einem Interview mit "Focus Online" sagte er:

"Wenn es heißt, ein Täter stamme aus Köln, dann hat noch niemand gefordert, dies zu verschweigen, weil sonst alle Kölner unter Generalverdacht gestellt würden. Sobald aber eine ausländische Nationalität genannt wird, heißt es sofort, das gehe ja gar nicht."

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Weiter sagte Bosbach:

"Wenn wir wie in der Silvesternacht von Köln 80 bis 90 Prozent nordafrikanische Täter haben, gibt es keinen Grund, die Herkunft zu verschweigen. Dann stellt sich doch sofort die Frage, wie es eigentlich dazu kommen kann, dass eine relativ kleine Gruppe in dieser Form massiv straffällig werden kann."

Bosbach: Fakten zu verschweigen bringt nichts

Auch im Fall Maria L. sollten die Bürger "die Fakten kennen", argumentiert Bosbach. "Die sollte man nicht verschweigen."

Wer diese Fakten verschweige, verstärke "ohne Not" die Vorurteile gegen die Medien. Dass die "Tagesschau" nicht berichtete, sei "deshalb falsch" gewesen, sagte Bosbach.

"Es kommt doch sowieso raus. Dann ist mir lieber, dass eine solche Meldung von höchst seriösen Nachrichtensendern verbreitet wird als dies dubiosen Kanälen im Internet zu überlassen, die dann auch noch den Hinweis geben, dass die Leitmedien diese Information verschweigen."

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