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08/12/2016 03:16 CET | Aktualisiert 08/12/2016 06:06 CET

Die 3 größten Rätsel im Mordfall Maria L.: Jetzt spricht der Freiburger Kripo-Chef

Der Mordfall Maria L. gibt weiterhin Rätsel auf
DPA
Der Mordfall Maria L. gibt weiterhin Rätsel auf

  • Der Mordfall der Studentin Maria L. beschäftigt Deutschland

  • Bisher gebe es vor allem Spekulationen, sagt der Chef der Freiburger Kripo

  • Vor allem drei Fragen geben den Ermittlern Rätsel auf

Der Sexualmord an der Studentin Maria L. in Freiburg hat das Land schockiert und eine Diskussion zur Kriminalität unter Flüchtlingen ausgelöst.

Der Tatverdächtige sitzt in Haft und schweigt auf Anraten seines Anwalts. Währenddessen arbeitet die "SoKo Dreisam", um den Ablauf der Tat zu rekonstruieren.

Während es an der Täterschaft des jungen Mannes kaum Zweifel gibt, stehen die Ermittler noch vor einer Reihe ungelöster Fragen. Alles was bisher in dem Fall bekannt sei, "sind Spekulationen", erklärt der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, in einem Interview mit der "Welt".

Das sind die drei großen Rätsel im Mordfall Maria L.:

Ist der Täter auch für den Mord an der Joggerin in Endingen verantwortlich?

In einem Interview mit der "Welt" erklärt der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, dass gerade geprüft würde, ob der Verdächtige einen "räumlichen oder persönlichen Zugang" zu Endingen hatte.

Er hält dies aber nicht für sehr wahrscheinlich. Zurzeit warte die Polizei noch auf verwertbare DNA: "Es gibt Fälle, wo man erst Monate später voll auswertbare DNA gefunden hat." Die Leiche der getöteten Joggerin habe fünf Tage im Wald gelegen, bevor sie gefunden wurde. Das macht das Auffinden von DNA-Spuren schwieriger.

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Die Polizei hat im Fall der ermordeten Joggerin gestern erneut um Mithilfe der Bevölkerung gebeten. Jeder Hinweis könne wichtig sein, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Für Hinweise, die zum Täter führen, gebe es weiter 25.000 Euro Belohnung. Bislang seien 1100 Hinweisen eingegangen, eine entscheidende Spur habe sich nicht ergeben.

Warum fuhr der Täter zum Tatort an der Dreisam?

Sicher ist, dass der Täter von der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1 nachts gegen zwei Uhr in Richtung des Fluss Dreisam lief. Zu diesem Zeitpunkt wurde er von einer Überwachungskamera in der Straßenbahn gefilmt. Etwa 50 Minuten später traf er sein Opfer Maria L. am Ufer der Dreisam. Aber warum fuhr er genau zu diesem Ort? Und was machte er, nachdem er aus der Bahn gestiegen war?

Er scheint nicht auf die Studentenparty gegangen zu sein, auf der auch Maria L. war. Die Polizei hat mehr als 300 Partygäste befragt und sichtete mehr als 500 Fotos des Abends. Der Festgenommene sei auf keinem davon zu sehen, sagte Soko-Chef David Müller der "Badischen Zeitung".

"Wir wissen einfach noch nicht, was er nach dem Aussteigen gemacht hat. Sicher ist: In der Tram war er allein. Und am Opfer gab es keine weiteren DNA-Spuren", gab Kripo-Chef Egetemaier gegenüber der "Welt" an.

Kannten sich Opfer und Täter?

Noch unklar ist, ob die 19-Jährige ein Zufallsopfer war, oder ob sie und der Täter sich kannten - und er sie bewusst auswählte. Nach Angaben der "Badischen Zeitung" wohnten die beiden in "benachbarten Stadtteilen“. Nachdem bekannt geworden war, dass Maria L. sich in der Flüchtlingshilfe engagiert hatte, kamen Spekulationen auf, dass sie auf diese Weise ihren Mörder kennen gelernt haben könnte.

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Die Studenteninitiative Weitblick bestätigte am Mittwoch erstmals, dass sich die 19-Jährige seit Anfang des vergangenen Semesters in dem Verein in Freiburg engagierte. Sie sei jedoch nicht in der Flüchtlingshilfe aktiv gewesen, sondern habe sich für Spenden und die Renovierung einer Grundschule in Ghana eingesetzt.

"Wir haben bisher aber keinen Anhaltspunkt gefunden, dass der mutmaßliche Täter und das Opfer sich vorher einmal gesehen haben", so Soko-Leiter Müller.

Kripo-Chef Egetmaier sagte dazu gegenüber der "Welt":

"Es kann zwischen beiden durchaus einen Kontakt im universitären Bereich gegeben haben. Beide waren auch Mitglied in der Freiburger Flüchtlingshilfe auf Facebook. Und es kann sein, dass es einen Kontakt gab, der ihr gar nicht bewusst war. Vielleicht sind sie mal zusammen Straßenbahn gefahren. Aber bislang haben wir keine konkreten Hinweise darauf, dass sie sich kannten. "

Mit Material der dpa

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(ben)