NACHRICHTEN
08/12/2016 16:11 CET | Aktualisiert 09/12/2016 02:49 CET

Gauweiler: "Merkel ist eine Populistin – und das ist gut so"

dpa

Peter Gauweiler hat kein grundsätzliches Problem mit dem Begriff "Populismus. Er selbst bezeichnete einmal sich als "erfahrener Populist".

Gauweiler saß für die CSU von 2002 bis 2015 im Bundestag. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" verteidigt er den Begriff des Populismus: "Eine Meinung mundgerecht zu machen ist für sich nichts Schlechtes." Aus seiner Sicht werde Populismus "zu oft als negativer Kampfbegriff benutzt", um sich als etwas Besseres abzugrenzen.

Auch Kanzlerin Angela Merkel sei eine Populistin: "Auf ihre Art, in einer subtileren Weise. Ihre Entsagungsästhetik – immer bescheiden, immer zurückhaltend – ist auch eine Form der Abgrenzung", sagte Gauweiler der "Zeit". Die CDU-Chefin sei gefährdet, "dem Volk Versprechungen zu machen, die man nicht zu halten beabsichtigt".

"Merkels populärer Pragmatismus"

Der Berliner "Tagesspiegel" bezeichnete die Politik ähnlich konnotiert als "Merkels populären Pragmatismus".

Dieser ist zwar bei der Bevölkerung populär, nicht jedoch innerhalb ihrer Partei - der jüngste CDU-Parteitag und die dabei zu Tage geförderten Spannungen verdeutlichen das.

CSU-Dissident Gauweiler geht noch weiter. "Nennen Sie mir irgendeinen Politiker, der nicht auch populistisch agiert!" Der Kanzlerin warf der 67-Jährige vor, fantasielos geworden zu sein. Sie rede "nur in Schleifen, widerspricht sich, wirkt unglaubwürdig".

Dass Merkel aber genau jenes populistische Element fehlt, bescheinigte ihr jüngst erst die "Welt", nachdem sie ihre vierte Kanzlerkandidatur bekanntgegeben hatte: "Aus Angela Merkel wird keine Populistin mehr."

Einfach wird es im anstehenden Wahlkampf nicht: Wenn Merkel es nicht schafft, populistische Meinungen sowohl innerhalb der Union als auch der Bevölkerung mit einzubeziehen, dann wird es nichts mit der Wiederwahl zur Kanzlerin. Die Rechtspopulisten würde es freuen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Auch auf HuffPost:

Stephen Hawking nennt die größten Gefahren für die Menschheit

(bp)