LIFE
07/12/2016 11:48 CET

Warum sich ausgerechnet die "Bild" besser nicht um das Frauenbild von Flüchtlingen sorgen sollte

Die "Bild"-Zeitung ist gerade sehr besorgt: um das Frauenbild junger Männer in Deutschland. "Die große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen" titelt die Tageszeitung in der heutigen Ausgabe vom 7. Dezember und vermutet: Das Frauenbild der Flüchtlinge ist ein Problem für Deutschland.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die "Bild" macht sich Sorgen um das Frauenbild von Männern.

In ihrem Artikel liefert die Zeitung als Erklärung einen Überblick über die vergangenen Vergewaltigungen durch Flüchtlinge und zitiert unter anderem eine Doktorin des Kompetenzzentrums Psychotraumatologie der Uni Konstanz. Sie erklärt, deutsche Männer sollten "als Vorbild dienen, mit den jungen Männern alternatives Verhalten einüben“.

Was haben wir da für ein Glück, dass es die "Bild-Zeitung" gibt! Regelmäßig dient sie Männern als Vorbild, Frauen nicht nur als Sexualobjekte zu betrachten mit ihren äh… feministischen Reportagen wie dieser: "BILD zeigt den Busen, auf den die Welt wartet“.

Der Busen, auf den die Welt angeblich gewartet hat, gehört der Schauspielerin Dakota Johnson. Die "Bild" zeigte ein Oben-ohne-Foto der Hauptdarstellerin des Kinofilms "50 Shades of Grey". Da sich die Schauspielerin des "BILDblogs" zufolge im Urlaub befand und das Foto nun verschwunden zu sein scheint, darf angezweifelt werden, dass das Foto mit ihrer Einwilligung entstand.

Was die Bild damit aussagt? Der Körper einer Frau darf jederzeit zur öffentlichen Bedürfnisbefriedigung genutzt werden - auch, wenn sie selbst das nicht will.

Jeder, der schon mal einen Mann am Kiosk beobachtet hat, der sich die "Bild" kauft und sich gierig halb entblößte Frauenkörper ansieht, weiß, dass die "Bild" es auch solchen Fotos zu verdanken hat, dass sie sich so gut verkauft.

Die "Bild" will sexy sein

Nicht zu vergessen das "Bild-Girl". Neben den wichtigsten aktuellsten Nachrichten räkelten sich Jahre lang nackte Evas aus Polen oder Alinas aus Russland auf Seite Eins der Bild-Zeitung.

Mittlerweile sind sie im Mittelteil der Zeitung versteckt. "Natürlich will BILD auch künftig sexy sein. Aber moderner, besser verpackt im Inneren des Blattes", äußerte sich die "Bild" dazu.

Auch als es um die Berichterstattung über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ging, brillierte die sexy "Bild“ mit ihrer Berichterstattung.

Die "Bild" hat Recht: Deutschland hat ein falsches Frauenbild

Einen der Artikel bebilderte sie mit einem prall gefüllten Dekolleté. Rechts daneben war zu lesen, wie das Debattenmagazin "The European" bemerkte, – "Das könnte Sie auch interessieren": Die Wahl zum "Bild-Girl" des Jahres, "DSDS – Diese Hotpants machten die Jury-Herren froh" und "Lilly Becker über ihr Liebesleben – 'Im Bett trage ich nix'".

Jeden Tag finden sich zahlreiche solcher Beispiele, mit denen die "Bild"-Zeitung ihr sexistisches Frauenbild an ihre etwa 12,5 Millionen Leser weitergibt.

Angesichts dessen muss man ganz klar sagen: Die "Bild" hat Recht. Mit dem Frauenbild in Deutschland stimmt etwas nicht. Vor allem nicht mit dem der "Bild"-Zeitung.


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(lk)