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07/12/2016 12:25 CET | Aktualisiert 08/12/2016 18:22 CET

Wegen einer Nichtigkeit poltert Erdogan gegen deutsche Behörden

Recep Tayyip Erdogan
ADEM ALTAN via Getty Images
Recep Tayyip Erdogan

  • Die diplomatischen Differenzen zwischen der Türkei und Deutschland setzen sich weiter fort

  • Nun reichte dem türkischen Präsidenten bereits ein kleiner Anlass, um gen Berlin zu schimpfen

"Ihr empfangt Terroristen als Gast in eurem Land. Aber die stellvertretende türkische Parlamentsvorsitzende dieses Landes und ihre Delegation lasst ihr dort stundenlang an der Tür warten", schimpft Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch vor Ortsvorstehern in Ankara.

Was war passiert? Aysenur Bahcekapili, die auch Abgeordnete der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP ist, sei bei ihrer Reise in Deutschland der Pass gestohlen worden, sie habe sich jedoch provisorische Papiere bei der Botschaft besorgt, erklärte der türkische Präsident Erdogan. Dennoch sei sie an der Ausreise gehindert worden. Er forderte Schritte gegen das verantwortliche Flughafenpersonal, andernfalls würden deutsche Abgeordnete in Zukunft "genauso behandelt".

Diplomatenstatus war nicht offensichtlich

Der Sprecher der Bundespolizei NRW bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Bahcekapili schon am 1. Dezember vom Flughafen Köln-Bonn aus in die Türkei ausreisen wollte. Sie habe zwar vorläufige Papiere vorlegen können, aus denen sei aber ihr Diplomatenstatus nicht hervorgegangen.

Daher habe die Polizei Kontakt mit dem türkischen Generalkonsulat aufgenommen, um den Status zu überprüfen. "Der Vorgang hat maximal eine Dreiviertelstunde gedauert", sagte der Sprecher.

Wie der Kölner "Express" berichtete, wurde wegen des Vorfalls der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, ins türkische Außenministerium einbestellt. Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, Erdmann sei zu einem Gespräch eingeladen worden.

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