NACHRICHTEN
07/12/2016 11:39 CET | Aktualisiert 10/12/2016 11:17 CET

Hunderte Chinesen überrannten ein abgelegenes britisches Dorf

Was suchten hunderte chinesische Touristen im Örtchen Kidlington?
Mike Kemp via Getty Images
Was suchten hunderte chinesische Touristen im Örtchen Kidlington?

  • In dem kaum bekannten Ort Kidlington im britischen Oxfordshire tauchten plötzlich hunderte chinesische Touristen auf

  • Nun sind die Hintergründe des mysteriösen Trends geklärt

Den kleinen britischen Ort Kidlington in Oxfordshire findet man in keinem internationalen Tourguide. Umso überraschter waren die Einwohner des 13.000-Seelen-Orts, als im Sommer plötzlich Busse voller chinesischer Touristen in dem Örtchen auftauchten.

Mit Kameras und Rucksäcken bepackt zogen die Touristen plötzlich in Scharen durch die unscheinbaren Wohnviertel des Städtchens. Manche klopften gar bei den überraschten Anwohnern an, um Selfies mit ihnen zu schießen, berichtete die "New York Times".

Was suchten die chinesischen Touristen in Kidlington?

Was zog die chinesischen Touristen plötzlich in das Örtchen? In einer Facebook-Gruppe rätselten die Bewohner zunächst über die Hintergründe des mysteriösen Trends. Denn: Die Touristen schienen sich keineswegs für die wenigen historischen "Attraktionen" der Stadt zu interessieren - sondern vor allem für die Wohnviertel Kidlingtons.

Nachdem zunächst vermutet wurde, dass die Touristen eventuell fälschlicherweise einen Drehort der beliebten Film-Reihe "Harry Potter" in Kidlington vermutet hatten, scheint das Rätsel nun gelöst, wie die britische Nachrichtenseite "The Times" berichtet.

Absurder Streit um Eintrittspreise

Demnach soll ein absurder Streit um die Ticketpreise eines Reiseanbieters für chinesischsprachige Touren hinter dem Tourismustrend in Kidlington stecken. Im Gespräch mit der Nachrichtenseite verriet Sun Jianfeng, Guide bei Beijing Hua Yuan International Travel, die Touristen in Kidlington abgesetzt zu haben, um sie zu bestrafen.

Der Hintergrund: Unter den Touristen hatte sich herumgesprochen, dass der Eintritt zu einer nahegelegenen Touristenattraktion - dem Blenheim Palace - nur halb so teuer wäre, wenn sie die Chinesen direkt an der Kasse gekauft hätten - anstatt sie beim Reiseanbieter Beijing Hua Yuan International Travel zu erwerben.

Tourguide wollte Sparwüchse bestrafen

Die Touristen, die an der Kasse zahlen wollten, hatten sich deshalb früher absetzen lassen und waren heimlich die letzten Meter zu Fuß zum Blenheim Palace gelaufen, um billiger wegzukommen - sehr zur Verärgerung der anderen Touristen, die den doppelten Preis bezahlt hatten.

Um diesen Trend zu stoppen, hatte der Reiseanbieter nun diejenigen, die das teure Ticket umgehen hatten wollen, in Kidlington abgesetzt - sodass die Touristen nicht mehr genug Zeit hatten, zu Fuß zum Blenheim Palace zu gelangen - nämlich über eine Stunde.

Doch so leicht konnte der Tourguide den Ausflug der Touristen nicht versauen - sie nahmen wohl ganz einfach alle "Attraktionen" auf dem Weg mit.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

Handys, Erbgut, Touristen: Diese fünf Zahlen zeigen, wie sich die Welt in nur fünf Jahren verändert hat

(vr)