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06/12/2016 11:39 CET

Amazon will zum neuen Aldi werden

Macht Amazon bald Aldi und Lidl Konkurrenz?
JASON REDMOND / Reuters
Macht Amazon bald Aldi und Lidl Konkurrenz?

  • In den USA hat Amazon testweise einen Lebensmittelladen eröffnet

  • In Deutschland ging Amazon Business für Firmenkunden an den Start

Amazon, der weltgrößte Internethändler, mischt nun auch den klassischen Einzelhandel auf: Am Montag hat er in Seattle in den USA ein Lebensmittelgeschäft eröffnet.

Das Besondere: Der Einkauf soll dort ohne Kassen und Warteschlangen funktionieren. Sensoren in den Läden ermöglichen es Kunden, die gewünschten Produkte auszusuchen und dann mit einer App über ihre Amazon-Konten abzurechnen, so verspricht es das Unternehmen. Dafür müsse einfach nur das Smartphone am Eingang gescannt werden. Beim Verlassen des Geschäfts werde der Einkauf dann über einen virtuellen Warenkorb abgebucht.

Sollte das Beispiel Schule machen, könnte das den Lebensmittelmarkt weltweit aufmischen, auch in Deutschland.

Amazon-Lebensmittelladen ist noch in der Testphase

Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Testphase. Es gibt bislang nur den einen Konzeptladen in Seattle, in dem vorerst auch nur Amazon-Mitarbeiter einkaufen können. Anfang 2017 soll das Geschäft, in dem Lebensmittel und Fertiggerichte angeboten werden, für alle Kunden öffnen.

Amazon bietet in den USA und London bereits den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh an. Dabei handelt es sich um eine für 15 Dollar pro Monat erhältliche Zusatzoption für Abonnenten des jährlich 99 Dollar kostenden Prime-Service. Zudem hat Amazon in den USA auch schon einige Buchläden eröffnet.

Amazon Business für Firmenkunden

Am Dienstag startete außerdem Amazon Business für Geschäftskunden in Deutschland. Der Konzern will mit einem Rundum-Angebot von mehr als 100 Millionen Produkten auf einer Plattform punkten. Büros, Handwerker oder Restaurants sollen genauso ihren Bedarf decken können wie Universitäten oder Labore. Um die breite Palette zu gewährleisten, setzt Amazon auch auf das Angebot anderer Händler auf seiner Plattform.

Viele gewerbliche Kunden hätten schon bisher bei Amazon bestellt, jetzt kämen auf sie zugeschnittene Funktionen hinzu, erklärte der zuständige Amazon-Mananger Florian Böhme. Dazu gehören der Kauf auf Rechnung, die Anzeige von Netto-Preisen ohne Umsatzsteuer sowie Firmen-Konten mit mehreren Nutzern. Auch in Unternehmen eingesetzte Einkaufs-Software wird unterstützt.

In den USA hatte Amazon den Geschäftskunden-Service im April 2015 gestartet. Dort würden 400.000 Unternehmen bedient und im ersten Jahr sei ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar erzielt worden. Amazon-Händler führten dabei mehr als die Hälfte der Bestellungen aus.

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(mf)