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05/12/2016 18:59 CET | Aktualisiert 05/12/2016 19:01 CET

Dieser Politikwissenschaftler nimmt Putins Handeln bei seinem eigenen Propagandasender auseinander

Der Politikwissenschaftler Yascha Mounk kritisierte in einem Interview mit "Russia Today" Propaganda in der russischen Politik Putins.
Screenshot/Facebook/Yascha Mounk
Der Politikwissenschaftler Yascha Mounk kritisierte in einem Interview mit "Russia Today" Propaganda in der russischen Politik Putins.

  • Während einer Livesendung spielte Politikwissenschaftler Yascha Mounk den Moderator des pro-russischen TV-Senders "Russia Today" aus

  • Mounk sollte den Verfall der Demokratie im Westen kritisch beurteilen

  • Tatsächlich entwickelte sich das Interview zu einem Vorwurf an Putins Politik

Der Politikwissenschaftler Yascha Mounk hat eine ziemlich clevere Methode gefunden, um während einer Livesendung des pro-russischen TV-Senders "Russia Today" Kritik an Russlands Präsidenten Wladimir Putins Politik auszuüben.

Thematisch ging es in der Sendung in der vergangenen Woche um den Verfall der Demokratie. Moderator Andrew Farmer spielte damit auf den Aufschwung rechtspopulistischer Kräfte im Westen an. Mounk wurde live dazugeschaltet, um zu diesem Thema als Experte Stellung zu beziehen.

Yascha Mounk trickst RT-Moderator aus

“Stimmt es, dass die Menschen die Hoffnung in die Demokratie verlieren?“, fragte der Moderator den zugeschalteten Mounk. Zunächst wog der Politikwissenschaftler den Moderator in Sicherheit, indem er ihm genau das erzählte, was er offenbar von Mounk hören wollte.

Zunächst bestätigte er dem Moderator die aktuellen Entwicklungen als "beunruhigenden Trend". Das Vertrauen in die Demokratie verliere immer mehr an Bedeutung. Als Konsequenz öffnen sich die Menschen immer mehr autoritären Alternativen so wie Militärherrschaften, so Mounk während der Live-Schalte.

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Verfall der Demokratie: "Genau das ist die letzten Jahre in Russland passiert"

Bis zu diesem Punkt war der Moderator noch sehr zufrieden mit Mounks Aussagen. Doch das Blatt wendete sich, als Mounk weitersprach und schließlich klar wurde, dass er mit seinen Aussagen nicht das Versagen der Politiker im Westen kritisierte.

Stattdessen übte er heftige Kritik an der Politik Russlands und Wladimir Putins: "Wir sehen wie die Institutionen unabhängiger Staaten immer mehr von der Politik beeinflusst werden. Steuerbehörden verfolgen politische Gegner. So wird man Menschen los, die das politische Regime kritisieren. Und genau das ist die letzten zehn bis 15 Jahre in Russland passiert."

Yascha Mounk kritisiert Putins Politik

Der Moderator versuchte zu intervenieren. Doch Mounk redete unerbittlich weiter, sodass vom Moderator nicht mehr als ein paar Stotterer zu hören waren.

Schlussendlich hatte beim Interview nicht mehr der Moderator, sondern der Politikwissenschaftler die Zügel in der Hand. Die Kritik am Verfall der Demokratie im Westen drehte Mounk so geschickt in eine Kritik an Putins Politik um.

Hier seht ihr das "RT"-Interview mit Yascha Mounk:

Geheimdienst warnt: Putins neuer Panzer ist dem Westen haushoch überlegen

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