POLITIK
05/12/2016 10:40 CET

Mehrere Strafanzeigen gegen Anne Will: "Beitrag wird umfangreich geprüft"

  • Gegen den Auftritt der vollverschleierten Muslima Nora Illi bei "Anne Will" sind mehrere Strafanzeigen eingegangen

  • Illis Äußerungen in der ARD-Talkshow haben für Empörung gesorgt

  • Der Vorwurf lautet Volksverhetzung

Der Auftritt der vollverschleierten Muslima Nora Illi in der Talkshow von Anne Will sorgt für weitere juristische Nachwirkungen. Auf Illis Äußerungen Anfang November für gab es zahlreiche empörte Reaktionen.

Aufgrund einer Strafanzeige hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits Ende November ein Vorermittlungsverfahren gegen Anne Will eingeleitet. Nun seien vier weitere Anzeigen gegen die Moderatorin und die Redaktion eingegangen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg "Focus Online" mit.

"Diese Anzeigen geben uns den Anlass, den Beitrag umfangreich auf alle in Fragen kommenden Straftatbestände zu prüfen", erklärte die Sprecherin weiter. Werden in dem Beitrag Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung gefunden, "werden wir in ein förmliches Ermittlungsverfahren einsteigen. Wenn nicht, werden wir das Verfahren einstellen", sagte die Sprecherin "Focus Online".

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Sobald der Beitrag gesichtet worden ist, könne die Entscheidung "schnell erfolgen".

Es geht um Volksverhetzung

Eine Rechtsanwältin aus dem brandenburgischen Neuruppin hatte im November gegen die Moderatorin und weitere Sendungsverantwortliche die erste Strafanzeige gestellt. Es gehe um den Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" damals.

Mehr zum Thema: Vorwurf der Volksverhetzung: Staatsanwaltschaft beginnt Vorermittlungen gegen Anne Will

ARD-Talkmasterin Will verteidigte die Einladung von Illi öffentlich. "Wir wussten, was wir tun, wenn wir Frau Illi einladen. Wir haben für uns abgewogen, ob das in diesem Kontext (des vorher gesendeten Tatorts über die Radikalisierung junger Muslime) für uns vertretbar ist", sagte Will der Wochenzeitung "Die Zeit".

Wills Redaktion betonte in einer auf der Website der Sendung veröffentlichten Stellungnahme: "Dass Nora Illi als Vorstandsmitglied des 'Islamischen Zentralrats der Schweiz' in der Debatte als radikalste Vertreterin des Islams auftreten würde, war uns bewusst und somit Teil der Dramaturgie der Sendung."

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