LIFE
05/12/2016 11:06 CET | Aktualisiert 05/12/2016 11:15 CET

Alle achten auf den Jungen im Video - nur die wenigsten merken, was sich im Hintergrund abspielt

Ein Video mit dem Titel “Evan” (siehe oben) macht derzeit die Runde im Netz. Das Besondere an dem zweieinhalbminütigen Film: Der Schockmoment am Ende lässt das ganze Video in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Auf den ersten Blick geht es in “Evan” um eine rührende Romanze zwischen zwei Schülern. Ein Junge - Evan - ritzt ein paar Worte in eine Tischplatte in der Bibliothek und bekommt eine anonyme Antwort. Über die Nachrichten entspinnt sich ein Flirt und der Junge setzt alles daran herauszufinden, welches Mädchen hinter den romantischen Botschaften steckt.

Als das Schuljahr zu Ende geht, die Bibliothek schließt und Evan schon jede Hoffnung aufgegeben hat, die mysteriöse Unbekannte zu finden, treffen die beiden doch noch aufeinander. Durch einen glücklichen Zufall schreiben sie sich gegenseitig in ihre Jahrbücher und erkennen die Schrift des jeweils anderen.

“Während du Evan zugeschaut hast, hat ein anderer Schüler einen Amoklauf geplant”

Eine romantische Highschool-Liebe nimmt ihren Anfang.

An dieser Stelle könnte das Video enden und es würde ein wohliges Gefühl bleiben. Doch dann kommt der Schock-Moment. Während Evan die ersten Worte mit dem Mädchen wechselt, in das er sich vielleicht verlieben wird, geht die Tür der Turnhalle auf.

Im Hintergrund sieht der Zuschauer, wie ein Junge eine Tasche auf den Boden fallen lässt, ein Gewehr durchlädt und auf seine Mitschüler zielt. Die Jugendlichen rennen in Panik durcheinander.

“Während du Evan zugeschaut hast, hat ein anderer Schüler einen Amoklauf geplant”, wird auf einer Texttafel eingeblendet. “Doch niemand hat es gemerkt.”

Zurück bleibt ein mulmiges Schuldgefühl

Und tatsächlich: Wenn man das Video ein zweites Mal anschaut, erkennt man einen Jugendlichen im Hintergrund, der ein Magazin über Waffen liest, der sich seinen Mitschülern gegenüber abweisend verhält und mit seinen Fingern wie mit einer Pistole auf Vorbeigehende zielt.

Das Video endet mit den Worten “Waffengewalt kann verhindert werden - wenn man die Anzeichen sieht” - und der Zuschauer wird zurückgelassen mit einem mulmigen Gefühl der Schuld, weil man selbst die Bedrohung auch nicht gesehen hat, weil man ebenfalls nur auf das geachtet hat, was offensichtlich war.

Das Video entstand im Rahmen einer Kampagne von Sandy Hook Promise. Die Organisation wurde 2012 nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School in Newstown im US-Bundesstaat Connecticut gegründet und will Eltern, Lehrer und uns alle dafür sensibilisieren, worauf man achten sollte, um derartige Unglücke zu verhindern.

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(ame)