POLITIK
04/12/2016 09:15 CET | Aktualisiert 04/12/2016 09:16 CET

Experte: Auch wenn die Italiener gegen die Reformen stimmen, bleibt das Land im Euro

Experte: Auch wenn die Italiener gegen die Reformen stimmen, bleibt das Land im Euro
Alessandro Bianchi / Reuters
Experte: Auch wenn die Italiener gegen die Reformen stimmen, bleibt das Land im Euro

Die Wahlbeteiligung bei dem Verfassungsreferendum in Italien lag am Mittag bei etwa 20 Prozent. Nach Angaben der 7998 Kommunen lag die Beteiligung am Sonntag um 12.00 Uhr bei 20,14 Prozent. Das teilte das Innenministerium mit. Höher war sie im Norden; im Süden dagegen lag sie teils nur knapp über 10 Prozent. Die Wahllokale sind noch bis 23.00 Uhr geöffnet.

Ministerpräsident Matteo Renzi wählte am Vormittag mit seiner Frau, der Lehrerin Agnese Landini, in Pontassieve bei Florenz. "Das muss ich noch überlegen", scherzte er dabei über die Frage, was er wähle.

Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi gab seine Stimme in Rom ab, der Chef der rechtspopulistischen Lega Nord, Matteo Salvini, wählte in Mailand. "Wenn das Ja gewinnt, wird es kein Drama geben, keine Überschwemmung. Aber ein bisschen weniger Demokratie und eine Party von Bankern und Finanzinvestoren", sagte er.

Mehr zum Thema: Die italienische Regierung will das Land wieder regierbar machen - und könnte damit für das Gegenteil sorgen

Der Ausgang ist noch immer ungewiss

Die Abstimmung über eine historische Verfassungsreform gilt als entscheidend für das Schicksal der Regierung Renzi. Gewinnen die Gegner, hatte er seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.

Bei der Reform geht es eigentlich um die Verschlankung des Senats; so sollen Gesetze schneller verabschiedet und die für Italien typischen Regierungsblockaden aufgelöst werden. Die Oppositionsparteien der Fünf-Sterne-Bewegung, der Lega Nord und der Forza Italia des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi wollen aber vor allem Renzi stürzen sehen und machen gegen die Reform mobil.

Renzi sprach bei einer Rede von Florenz von einer unbedingt nötigen Reform. Er sagte: "Wir machen nicht weiter mit dem 'Nein'-Sagen. Ihr seid hier, weil Ihr das Schicksal Eurer Kinder ändern wollt, weil Ihr an die Politik glaubt - und nicht an die Anti-Politik."

Italien gilt aufgrund des komplizierten Zweikammersystems als nahezu "unregierbar". Das will Renzi ändern, bei einem Scheitern bei der Abstimmung hat er seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.