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04/12/2016 05:52 CET

McKinsey-Studie: Bundesregierung sollte Druck auf abgelehnte Asylbewerber erhöhen

McKinsey-Analyse empfiehlt mehr Druck auf abgelehnte Asylbewerber, damit diese in ihre Heimatstaaten zurückkehren. (Symbolbild)
Michaela Rehle / Reuters
McKinsey-Analyse empfiehlt mehr Druck auf abgelehnte Asylbewerber, damit diese in ihre Heimatstaaten zurückkehren. (Symbolbild)

  • McKinsey hat einen Maßnahmenkatalog zur Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern erstellt

  • Der Bericht wurde im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erstellt

  • Der Maßnahmenkatalog empfiehlt laut "Welt am Sonntag“ unter anderem, "Abschiebungshaft- und Gewahrsamsanstalten" einzurichten

  • Auch finanzielle Anreize zur freiwilligen Rückkehr werden empfohlen

Die Unternehmensberatung McKinsey hat im Auftrag des Bundesflüchtlingsamts einen Maßnahmenkatalog zur Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern erstellt.

Die aktuellen Resultate bei den Rückführungen halten die Berater laut "Welt am Sonntag" für "unzureichend". Der Bericht empfehle daher mehr Druck auf abgelehnte Asylbewerber, damit diese in ihre Heimatstaaten zurückkehren.

Das Papier, das der "Welt am Sonntag" vorliegt, schlägt demnach ein mit den Bundesländern koordiniertes Rückkehrmanagement mit insgesamt 14 Maßnahmen vor, die zu einer "konsequenteren Rückführung" ausreisepflichtiger Ausländer führen sollen.

Finanzielle Anreize für freiwillige Rückkehr

Eine dieser Maßnahmen sei eine anwendbare Gestaltung von Abschiebungshaft. "Dazu sind entsprechende Abschiebungshaft- und Gewahrsamsanstalten einzurichten", heißt es laut "Welt am Sonntag" in dem Papier.

Außerdem werde empfohlen die finanziellen Anreize zu einer freiwilligen Rückkehr zu erhöhen. Eine Rückführung durch die Polizei koste nämlich durchschnittlich 1500 Euro während die Kosten bei einer freiwilligen Rückreise lediglich bei rund 700 Euro liegen würde.

Prognose: 485.000 Ausreisepflichtige bis Ende 2017

Weitere empfohlene Maßnahmen seien eine "konsequente digitale Erfassung im Ausländerzentralregister", mehr Personal in den Ausländerbehörden und eine Zentralisierung der Verantwortlichkeiten in den Bundesländern.

Abgelehnte Asylbewerber, die wegen Krankheit oder mangels Passpapieren geduldet werden, sollten zudem nur noch Sachleistungen erhalten.

Die Studie prognostiziert der Zeitung zufolge bis Ende 2017 einen Anstieg der Zahl der Ausreisepflichtigen auf mindestens 485.000. Die Prognose für tatsächliche Ausreisen liege allerdings bei jährlich nur 85.000.

Kritik an den Kosten für die Analyse

Der McKinsey-Bericht, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben wurde, soll 1,8 Millionen Euro gekostet haben.

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warf in der "Welt am Sonntag" die Frage auf, "warum man für so viel Geld externen Sachverstand einkauft, der auch in Bundesbehörden und Ministerien zweifellos vorhanden ist".

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